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Das BMW-Verwaltungsgebäude in München. 

Vor der Bundestagswahl

Wahllokal in der BMW-Zentrale: Bürger zeigen sich entrüstet 

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Trotz anhaltender Kritik zahlreicher Bürger sieht das Münchner Kreisverwaltungsreferat wegen der Errichtung eines Wahllokals in der BMW-Zentrale kein Problem. 

München - Wählen in der BMW-Zentrale? Nichts Besonderes oder politisch doch brisant? Erstmals hat die Stadt bei Münchens großem Autobauer ein Wahllokal eingerichtet. Manche Bürger kritisieren dies gegenüber unserer Zeitung als Einflussnahme. Auch der bekannte Kabarettist Helmut Schleich hat sich nun gemeldet: „Ich halte das für einen Skandal: Sozusagen wählen beim Lobbyisten.“ Schleichs Tochter hat ihren Wohnsitz in diesem Bezirk. So erfuhr der Kabarettist, der als Strauß-Imitator am Nockherberg für Furore sorgte, von der Sache. 

Wie die Bundestagswahl ausgeht, können Sie in unserem Live-Ticker mit Prognosen und Hochrechnungen verfolgen.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) findet daran nichts Verwerfliches: Wahllokale gebe es auch in der Rechtsanwaltskammer, in verschiedenen Kirchengemeinden, der Bayerischen Architektenkammer oder der Roland Berger GmbH, heißt es aus der Behörde. Maßgeblich für die Auswahl war laut Kreisverwaltungsreferat, dass die BMW-Räumlichkeiten am Petuelring vollständig barrierefrei sind. Die Stadt hatte nämlich Schwierigkeiten, für den Bezirk Schwabing-West (4) genügend behindertengerechte Wahllokale zu finden. Der Autobauer habe sich bereit erklärt, seine Immobilie bereitzustellen, so ein KVR-Sprecher.

Kurios: Die BMW-Wahllokale (401 bis 403) befinden sich im Stadtbezirk 11 Milbertshofen/Am Hart. Ihre Stimme geben dort nun aber Bürger aus dem Bezirk 4 ab. Weil das Wahllokal an der Stadtteilgrenze liege, seien die Wege für die Menschen aber nicht länger, argumentiert das Kreisverwaltungsreferat.

Hier finden Sie am Sonntag das Wahlergebnis sowie Karten aus allen Wahlkreisen Deutschlands

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