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Bundestagswahl: Führungsstreit bei AfD - Weidel zu Meuthen: „Du bist dran“

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Von: Daniel Dillmann

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Die AfD verliert bei der Bundestagswahl 2021 an Zustimmung. Auf einer Pressekonferenz ist die eisige Stimmung zwischen Alice Weidel und Jörg Meuthen deutlich spürbar.

+++ 14.10 Uhr: Die kleine Querele zwischen Jörg Meuthen und Alice Weidel nach der Bundestagswahl dürfte eine tiefere Ursache haben. Schließlich waren es Weidel und Tino Chrupalla, die sich als AfD-Spitzenduo für den Wahlkampf gegen Jörg Meuthen durchsetzen konnten. Die beiden werden vom offiziell aufgelösten, extrem rechten „Flügel“ in der AfD unterstützt. Vermutlich auch, weil von Chrupalla und Weidel keine Parteiausschlussverfahren zu erwarten sind. Meuthen war für ein anderes Spitzen-Duo eingetreten.

Im November wird ein neuer AfD-Bundesvorstand gewählt. Es wird sich zeigen, wer von diesem Wahlausgang profitieren kann und wer innerparteiliche Konsequenzen zu erwarten hat.

Bundestagswahl 2021: Eisige Stimmung bei AfD - Weidel zu Meuthen: „Du bist doch dran“

Frankfurt - Die AfD* hat „fast 20 Prozent ihrer Wähler verloren“. Das sagte der Bundessprecher der Rechten Jörg Meuthen auf einer Bundespressekonferenz am Tag nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Und eine Bundestagswahl 2021* gab es ja auch noch. Auf der Pressekonferenz anwesend waren neben Jörg Meuthen der Spitzenkandidat Tino Chrupalla und die Spitzenkandidatin Alice Weidel.

Die hatte am Wahlabend selbst das Ergebnis der AfD als ein positives dargestellt und immer wieder betont, die Rechten hätten bewiesen, dass sie über eine solide „Stammwählerschaft“ verfügten. In dieselbe Kerbe schlug am Tag danach auch Tino Chrupalla. Er bedankte sich bei Wählern und seiner Familie, die er „ein stückweit vernachlässigt“ habe. Er lobte das solide Ergebnis der Partei, auch wenn er nicht zu „hundert Prozent zufrieden“ sein könne. Auf den Wahlkampf, das Ergebnis und die Partei sei er aber stolz.

Bundestagswahl: Gemischte Reaktionen von der AfD bei ihrem Ergebnis

Dann übergab er das Wort. Aber an wen? Weder Jörg Meuthen noch Alice Weidel hatten offenbar ein Interesse, sich direkt zu äußern. Meuthen forderte die Spitzenkandidatin der AfD auf, dies zu tun, Weidel spielte den Ball zurück. „Nein, der Bundessprecher“ sei dran, sagte Weidel in Richtung Meuthen. „Du bist zuerst dran“, sagte Weidel auf Nachfrage von Meuthen. Der reagierte lakonisch: „Sei‘s drum, können wir gerne so machen.“

Die Blicke gehen bei der AfD nach der Bundestagswahl 2021 in unterschiedliche Richtungen: Jörg Meuthen, Tino Chrupalla und Alice Weidel. (l.n.r.)
Die Blicke gehen bei der AfD nach der Bundestagswahl 2021 in unterschiedliche Richtungen: Jörg Meuthen, Tino Chrupalla und Alice Weidel. (l.n.r.) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Meuthen wiederum sah „viel Licht und Schatten“ im Ergebnis der AfD bei der Bundestagswahl 2021. Man dürfe aber die Stimmverluste „nicht schönreden“. Man habe „sogar an die Grünen und die Union“ Stimmen verloren. Auch bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ging die Wahl für die AfD nicht nach ihren Wünschen aus.

Bundestagswahl 2021: Alice Weidel und Jörg Meuthen sind sich in einem Punkt einig

Meuthen forderte eine „innerparteiliche und schonungslose Analyse“ bei der AfD. Er habe eine Erklärung für die Pleite bei der Bundestagswahl 2021, sagte der Bundessprecher, ohne das weiter auszuführen. Gleichzeitig betonte er, dass er mit Teilen des Wahlprogramms der AfD* nicht einverstanden gewesen sei.

Dann war doch noch Alice Weidel an der Reihe. Sie bedankte sich bei Tino Chrupalla „für den tollen Wahlkampf“, nicht aber bei Jörg Meuthen. Den Bundessprecher der AfD würdigte die Spitzenkandidatin keines Blickes. Weidel widersprach Meuthen auch inhaltlich. Man habe „ein Super-Ergebnis“ in Teilen der Republik eingefahren und sich bei der Bundestagswahl 2021 endgültig stabilisiert. Für sie seien es vor allem die „Personaldebatten innerhalb des Wahlkampfes“ gewesen, die der Partei geschadet hätten.

Einig waren sich dann Alice Weidel und Jörg Meuthen zumindest teilweise. „In Conclusio“ (Meuthen) müsse das Ergebnis der AfD in der Partei aufgearbeitet werden, und das am besten „in medias res“ (Weidel). (Daniel Dillmann) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA

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