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Lauterbach prescht vor – und schließt eine Koalition schon aus: „Würde Scholz niemals machen“

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Von: Kai Hartwig

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Knapp eine Woche vor der Bundestagswahl steigt die Spannung. Wer tritt die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel an? Karl Lauterbach grenzt mögliche Szenarien ein.

Berlin – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist seit Beginn der Corona-Pandemie ein gefragter Mann. Der gelernte Arzt gibt immer wieder seine Meinung zum Coronavirus, den Maßnahmen gegen dieses oder Impfungen ab. Oftmals polarisiert Lauterbach, wird oft auch angefeindet.

Lauterbach (SPD) äußert sich zur Bundestagswahl

Im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ äußerte sich der 58-Jährige im Gespräch mit Micky Beisenherz aber auch zur bevorstehenden Bundestagswahl am 26. September. In den Umfragen ist die SPD um Parteikollege und Kanzlerkandidat Olaf Scholz seit Wochen vorn, recht deutlich vor der Union. (Scholz oder Laschet? Letzte Prognosen und erste Ergebnisse bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.)

Lauterbach zeigte sich optimistisch, dass die SPD ihr Umfragehoch auch am Wahltag bestätigen kann - obwohl die CDU laut einer neuen Umfrage aufholt. Wer dann Deutschland regieren wird und die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel antritt, muss das Wahlergebnis zeigen.

Aus Sicht von Lauterbach gibt es allerdings nur zwei realistische Möglichkeiten. Es wisse doch jeder, „dass die SPD und insbesondere Olaf Scholz Rot-Rot-Grün niemals machen würden. Jeder hat kapiert: Es kommt entweder eine Ampel (SPD, Grüne, FDP; Anm. d. Red.) oder es kommt Jamaika (CDU, Grüne, FDP; Anm. d. Red.)“, prophezeite der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete. Einer Koalition unter Beteiligung der Linken erteilte er eine Absage.

Karl Lauterbach (SPD) attackiert CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet – „Neigt dazu, persönlich zu werden“

Und ging zur Verbalattacke gegen Armin Laschet über. Der CDU-Politiker „neigt ein bisschen dazu, persönlich zu werden“, befand Lauterbach. „Statt durch die eigene Kraft der Argumente und die Kenntnisse der Dinge zu überzeugen, versucht er über Gassenhauer der 80er Jahre, Rot-Rot-Grün und dergleichen, die rote Gefahr“ heraufzubeschwören. Das sei „zu wenig. Das zieht nicht mehr.“

Beim dritten und letzten TV-Triell am Sonntag (19. September) habe es auf Lauterbach den Eindruck gemacht, als sei CDU-Kanzlerkandidat Laschet „relativ kampflos“ aufgetreten. „Es wirkte ein bisschen so, als wenn er sich schon mit der Situation abgefunden hätte“, meinte der Sozialdemokrat in Bezug auf die schwachen Umfragewerte der Union.

Karl Lauterbach (SPD) als möglicher Bundespräsident? „Ich bin Lichtjahre davon entfernt“

Dagegen sei Scholz, den Lauterbach schon „seit 23 Jahren kenne“, bestens vorbereitet gewesen und „voll im Stoff“. Sein Parteifreund komme „seriös rüber, als jemand, der in diesen schwierigen Zeiten, in denen wir unterwegs sind, das Ganze managen kann“, urteilte der studierte Mediziner.

Die Frage von Beisenherz, ob Lauterbach selbst sich künftig auch ein hohes Amt wie das des Bundespräsidenten vorstellen könne, verneinte dieser ganz klar. „Ich bin Lichtjahre davon entfernt, Bundespräsident zu sein.“ Er kenne seine Grenzen und wolle sich nicht überschätzen, argumentierte der Sozialdemokrat mit einer gehörigen Portion Selbstironie. (kh)

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