Bayerns Ministerpräsident: Markus Söder von der CSU.
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Bayerns Ministerpräsident: Markus Söder von der CSU.

Bayerns Landeschef plaudert aus

Söder spricht über Annäherung an Baerbocks Top-Vertrauten: „Wir sind ein spannendes Duo“

  • Patrick Mayer
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Markus Söder (CSU) berichtet von Gesprächen mit dem Unterstützer von Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock. Auch zu einem anderen Oppositionspolitiker habe er engen Kontakt.

München - Lotet da jemand etwa schon mögliche Koalitionen aus? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in einem Interview von einem direkten Draht in die Parteispitze des nationalen Rivalen Bündnis 90/Die Grünen berichtet.

Demnach habe er regelmäßig Kontakt mit dem wichtigsten Unterstützer der Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock, und zwar mit dem Co-Vorsitzenden Robert Habeck. „Wir stehen trotz parteipolitischem Wettbewerb in losem SMS-Kontakt. Das gilt aber auch für Christian Lindner (FDP, d. Red.)“, erzählte Söder im Gespräch mit „Bunte“. Von einer Art Männerfreundschaft zu sprechen aber „wäre stark übertrieben“.

Bayerns Markus Söder (CSU): Enger Kontakt zu Baerbock-Unterstützer Robert Habeck (Die Grünen)

Ein Rückblick: Söder hatte innerhalb der Union CDU-Chef Armin Laschet die Kanzlerkandidatur überlassen müssen, Habeck verzichtete zu Gunsten von Annalena Baerbock.

„Ich konnte es nicht aus eigener Kraft bestimmen. Am Ende haben es 30 Mitglieder des Bundesvorstandes entschieden. So sind die Regeln und das gilt es zu akzeptieren“, erklärte der Franke Söder im „Bunte“-Interview - und sieht darin wohl eine Parallele zum Norddeutschen Habeck: „Diese Gemeinsamkeit, es nicht selbst bestimmen zu können, verbindet mich ein bisschen mit Robert Habeck. Insofern sind wir ein neues spannendes Duo.“ Vereint in der politischen Niederlage also? Mit neuer Chance in der Zukunft?

Die Chance, erster CSU-Kanzler zu werden, „wäre falscher Ehrgeiz“ gewesen, meinte der bayerische Ministerpräsident weiter: „Es geht ja nicht um mich, sondern um unser Land und die Menschen. Deutschland braucht eine integrierende, aber vor allem eine inspirierende Politik. Wir müssen unser Land weiterentwickeln - dazu hätte ich sicher einen starken Beitrag leisten können.“

Der 54-jährige Söder, der in Nürnberg geboren wurde und seit März 2018 aus der Bayerischen Staatskanzlei in München regiert, wurde auch mit seinen immer wiederkehrenden Aussagen konfrontiert, wonach es in Deutschland nirgends schöner sei als im Freistaat Bayern.

Statt Robert Habeck und Markus Söder: Annalena Baerbock und Armin Laschet ringen um Merkel-Nachfolge

Konkret: Ob es ein Opfer gewesen wäre, als möglicher Kanzler nach der Bundestagswahl 2021 nach Berlin zu gehen. „Dem Land zu dienen, ist eine große Aufgabe und kein Opfer. Dennoch hätte Berlin für die CSU eine große Herausforderung bedeutet. Auch für mein privates Umfeld wäre es eine große Veränderung gewesen“, sagte er dazu.

Soweit wird es (vielleicht vorerst) aber nicht kommen: Statt Söder und Habeck wetteifern nun Laschet und Baerbock um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). (pm)

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