SPD Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Samstag bei einem Wahlkampfauftritt.
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SPD Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Samstag bei einem Wahlkampfauftritt.

Bundestagswahl in rund sechs Wochen

Umfrage: SPD gelingt Etappensieg - Mit diesem Ergebnis könnte Scholz Kanzler werden

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Auch die Union sei jetzt im Wahlkampfmodus, stellte Laschet am Samstag fest. Doch pünktlich dazu kommt eine Umfrage raus, bei der einmal mehr Konkurrent Scholz glänzen kann.

Berlin - Olaf Scholz tritt gern selbstbewusst und siegessicher auf. Eine aktuelle Umfrage stärkt ihn darin nun gewaltig. Laut dem „Sonntagstrend“ der Bild-Zeitung überholt die SPD die Grünen. Damit landen die Sozialdemokraten in dieser Befragung, die von dem Meinungsforschungsinstitut Insa durchgeführt wird, auf Platz 2. Ihre 20 Prozent sind der beste Wert in dieser Umfrage seit Dezember 2017.

Umfrage zur Bundestagswahl: Union bleibt stärkste Kraft, verliert aber etwas

Weiterhin stärkste Kraft wird die Union - doch sie verliert einen Prozentpunkt und erreicht aktuell 25 Prozent. Die Grünen um ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock stehen nun auf Platz 3 in diesem Ranking. Sie kommen noch auf 18 Prozent der Stimmen und halten damit ihren Wert aus der Vorwoche.

Die FDP - die in vielen Dreier-Koalitionen eine Rolle spielen würde - bleibt bei zwölf Prozent. Auch die AfD hält ihre elf Prozent. Die Linke erreicht erneut sieben Prozent der Stimmen. (Patzer-Festival im Wahlkampf? In unserem neuen Politik-Newsletter gibt es stets alle Neuigkeiten zur Bundestagswahl.)

Sollte es am 26. September tatsächlich zu diesen Werten kommen, könnte Olaf Scholz eine sogenannte Ampel-Koalition anführen. Mit dabei wären dann SPD, Grüne und FDP. Doch Achtung: Bis zur Bundestagswahl kann noch viel passieren und die bisherige Achterbahn der Umfragen zeigt: Das ist auch gar nicht unwahrscheinlich. Keine parlamentarische Mehrheit hat dieser Umfrage zufolge eine Zweier-Koalition, also zum Beispiel Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot. Für ein linkes Bündnis, also SPD, Grüne und Linke, sieht es derzeit ebenfalls schlecht aus.

Laschet hat trotz eines guten Scholz-Ergebnisses noch die besseren Karten

So richtig am Ziel ist Olaf Scholz aber noch nicht, auch wenn er schon über SPD-Chefin Saskia Esken und ihr Potenzial als Ministerin spricht. Laschet hat Scholz übrigens am Samstag bei einer Wahlkampf-Veranstaltung vorgeworfen, einen „Schlafwagen-Wahlkampf“ zu führen. Diesen Ausdruck hatte bisher eher CSU-Chef Markus Söder genutzt - auch für Sticheleien zum hauseigenen Unions-Wahlkampf.

Jedenfalls bekommt die stärkste Kraft nach einer Wahl traditionell erst einmal die Aufgabe, Sondierungsgespräche zu führen. Und für Unions-Kanzlerkandidaten Laschet sieht es in den Umfragen derzeit zwar nicht rosig aus. Doch bei den anderen denkbaren Koalitions-Optionen, also „Jamaika“ (Union, Grüne, FDP) „Deutschland“ (Union, SPD, FDP) und „Kenia“ (Union, SPD, Grüne) würde er zurzeit ins Kanzleramt einziehen und Angela Merkel damit folgen.

Kanzler-Frage: Scholz, Laschet, Baerbock - Reihenfolge bleibt

Das heißt aber noch lange nicht, dass viele Wähler ihn da auch wirklich sitzen haben wollen. Insa hat laut Bild diese Woche auch ermittelt, dass Scholz weiterhin der beliebteste unter den drei Kanzlerkandidaten ist, wenn es um die K-Frage geht. Er legt zwei Prozentpunkte zu und kommt auf 29 Prozent. Zwar kann auch Laschet leicht seinen Wert erhöhen (um einen Punkt), doch er bleibt deutlich hinter dem SPD-Kandidaten mit 15 Prozent. Baerbock bleibt bei ihren 13 Prozent stehen.

Wichtig zu bedenken bei Umfragen, neben der Tatsache, dass es Momentaufnahmen sind: Andere Meinungsforschungsinstitute kommen im Zahlenvergleich immer wieder auf (leicht) andere Werte. Immerhin ein Trend lässt sich durch Umfragen erkennen. Am Ende zählt aber die Stimme, die Wähler per Brief einsenden oder in der Wahlkabine abgeben. (cibo)

Hinweise zur Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Insa hat für die Bild 1450 Personen befragt. Zeitraum für die genannten Werte war der 9. bis 13. August 2021. Umfragen sind immer mit gewissen Unsicherheiten verknüpft. Die maximale Fehlertoleranz liegt hier bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. Für die Umfrage zur K-Frage wurden am 13. August 1002 Personen befragt.

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