Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz
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Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz bewerben sich um das Kanzleramt. Auch andere Parteien schicken Bewerber ins Rennen

Am 26. September wird gewählt

Bundestagswahl 2021: Diese Spitzenkandidaten schicken die großen Parteien ins Rennen

  • Josef Forster
    VonJosef Forster
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Am 26. September findet die Bundestagswahl statt. Die Parteien haben sich mit ihren Spitzenkandidaten Monate vorher bereits in Stellung gebracht.

Berlin – Angela Merkel verzichtet auf eine weitere Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl 2021. Nach 16 Jahren im Amt wird sich Merkel von ihrem Amt verabschieden. Auch andere Parteien schicken teils ganz neue Spitzenkandidaten ins Rennen. Bevor in Deutschland die Wahl stattfindet, stellen wir Ihnen das Personal der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien vor. Ein Überblick über die Kandidaten.

Bundestagswahl 2021: Die CDU schickt Spitzenkandidat Armin Laschet ins Rennen

Es war ein Machtkampf, der wochenlang auf offener Bühne ausgetragen wurde. Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) beanspruchten beide die Kanzlerkandidatur der Union. Letztlich setzte sich der CDU-Vorsitzende durch, führt nun die Union in den Bundestagswahlkampf. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen gab sich in der Vergangenheit heimatverbunden. Der Sohn eines Bergmanns aus Aachen greift nun nach dem höchsten Regierungsamt Deutschlands.

Armin Laschet greift für die CDU nach dem Kanzleramt

Der Jurist und Journalist trat 1979 in die CDU ein, die große Politikkarriere folgte. 1994 saß Laschet erstmals im Bundestag. Im Jahr 2012 stieg er zum Vorsitzenden des CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen auf. 2017 wählten ihn die Bürger Nordrhein-Westfalens zum Ministerpräsidenten. Nun soll der nächste große Karriereschritt folgen: Am 20. April erklärte die CDU, Armin Laschet soll Angela Merkel im Kanzleramt beerben. Der 60-jährige Spitzenkandidat hat drei Kinder.

Bundestagswahl 2021: Annalena Baerbock soll es für die Grünen richten

Die Grünen konnten sich nach der Spitzenkandidaten-Entscheidung über starke Umfrage-Ergebnisse freuen. Halten konnten die Grünen jene hohen Zustimmungswerte jedoch nicht. Schuld daran tragen unter anderem ein geschönter Lebenslauf Baerbocks und Plagiate in ihrem Buch - erst nachträglich gemeldete Sondereinkünfte kamen noch hinzu. Die Grünen-Parteivorsitzende könnte die erste grüne Kanzlerin werden. Die gebürtige Hannoveranerin studierte Völkerrecht und Politikwissenschaft, arbeitete von 2005 bis 2008 als Journalistin für die Hannoversche Allgemeine. Seit 2005 ist sie Mitglied bei den Grünen.

Annalena Baerbock ist die Kanzlerkandidatin der Grünen

Annalena Baerbocks politische Karriere nahm 2009 Fahrt auf. Als Vorstandsmitglied der Europäischen Grünen Partei wurde sie in der Öffentlichkeit bekannt, weitere Ämter folgten. Von 2009 bis 2013 war Baerbock Parteivorsitzende von der Grünen in Brandenburg, ehe sie 2013 in den Bundestag einzog. 2018 dann der große Schritt: Baerbock wurde zur Parteivorsitzenden gewählt. Nun führt die gebürtige Hannoveranerin ihre Partei in den Bundestagswahlkampf. Die 41-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Bundestagswahlkampf 2021: AfD einigt sich auf Spitzenkandidaten Chrupalla und Weidel

Die AfD auf Bundesebene gilt als zerstritten. Machtkämpfe und Richtungsstreitigkeiten bestimmen die Parteitage, doch im Mai konnte sich die Partei auf zwei Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl einigen. Bundessprecher Tino Chrupalla und die Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, Alice Weidel, führen die AfD in den Wahlkampf.

Die AfD einigt sich auf Alice Weidel und Tino Chrupalla als Spitzenkandidaten

Chrupalla, am 14. April 1975 im sächsischen Weißwasser geboren, ist Malermeister. Im Jahr 2015 trat er der AfD bei, stieg 2017 zum stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion auf. Im Wahlkampf bildet er mit Alice Weidel ein Duo. Die 42-Jährige schloss ihr Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit der Promotion ab. 2013 trat Weidel in die AfD ein, arbeitete sich anschließend in den Bundesvorstand hoch. Die Rechtspopulisten treten nach 2017 erst zum zweiten Mal bei einer Bundestagswahl an.

Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz - Hoffnungsträger der SPD

Die SPD nominierte ihren Kanzlerkandidaten früher als alle anderen Parteien. Schon im August 2020 entschied sich die Parteispitze für Olaf Scholz. Der gebürtige Osnabrücker wuchs in Hamburg auf, startete dort auch seine politische Karriere. Bevor er sein Studium der Rechtswissenschaften begann, trat Scholz mit 17 Jahren in die SPD ein und kletterte die Karriereleiter nach oben. In den 1980er Jahren war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos, der Jugendorganisation der SPD, 1998 zog er in den Bundestag ein.

Die SPD setzt im Bundestagswahlkampf auf Olaf Scholz

Von 2011 bis 2018 bekleidete Scholz das Amt des Ersten Bürgermeisters in Hamburg, ehe er an Angela Merkels Kabinettstisch wechselte. Nach der Bundestagswahl 2017 wurde der SPD-Politiker zum Finanzminister und Vizekanzler ernannt. Auf Regierungserfahrung kann der Jurist und heutige Spitzenkandidat für die Bundestagswahl als schon zurückblicken. Ob es für den Kanzlerposten reicht, entscheiden die Wähler am 26. September.

Bundestagswahl 2021: Christian Lindner führt die FDP an

Bei den vergangenen Bundestagswahlen 2017 hätte die FDP die Chance zur Regierungsbeteiligung gehabt. Die „Jamaika“-Verhandlungen scheiterten, die Liberalen gingen in die Opposition. Damals wie heute an ihrer Spitze: Christian Lindner. Der gebürtige Wuppertaler wuchs in Nordrhein-Westfalen auf, interessierte sich nach eigenen Angaben früh für Politik. Nachdem der heute 42-Jährige 1995 in die FDP eingetreten war, war er von 1997 bis 2004 Inhaber einer Werbeagentur sowie Mitgründer eines Internet‐Unternehmens.

Christian Lindner führt die FDP in den Wahlkampf

In der Politik begann Lindners steile Karriere im Jahr 2000 mit Einzug in den nordrhein-westfälischen Landtag. Von 2009 bis 2012 gehörte er dem Bundestag an, zwischen 2009 und 2011 war er Generalsekretär der FDP. 2013 wurde er zum Bundesvorsitzenden gewählt. Wie schon 2017 führt Lindner auch 2021 seine Partei als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf, mit dem Ziel, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Bundestagswahl 2021: Die Linke setzt auf Spitzenkandidaten-Duo Wissler/Bartsch

Nach 9,2 Prozent der Stimmen bei der zurückliegenden Bundestagswahl 2017 will die Linke ihr Ergebnis verbessern - und schickt Janine Wissler und Dietmar Bartsch ins Rennen. Der Wirtschaftswissenschaftler Bartsch führte schon 2017 den Wahlkampf der Linken. Für die Wahl am 26. September 2021 bekommt er Unterstützung von Janine Wissler. Die studierte Politikwissenschaftlerin führt zusammen mit Susanne Hennig-Wellsow die Partei.

Dietmar Bartsch und Janine Wissler bilden das Spitzenduo der Linken für die Bundestagswahl

Im Gegensatz zum Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch, vertritt Wissler die Interessen ihrer Partei im hessischen Landtag. Die Politologin ist dem linken Flügel der Partei zuzuordnen. Bartsch kann sich eine rot-rot-grüne Regierungs­koalition auf Bundesebene vorstellen. Auf Merkur.de erfahren Sie vorab immer aktuell, was die Umfragen für die Bundestagswahl 2021 sagen. Darüber versorgen wir Sie mit allen wichtigen Daten und Zahlen auf unserer interaktiven Karte mit allen Ergebnissen für Wahlkreise und Gemeinden.

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