Annalena Baerbock und Armin Laschet sind in der Bundestags-Generaldebatte in ein Wortgefecht geraten.
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Annalena Baerbock und Armin Laschet sind in der Bundestags-Generaldebatte am Dienstag (7.September) in ein Wortgefecht geraten. Währenddessen wurde eine aus Unions-Sicht alarmierende Umfrage veröffentlicht.

CDU/CSU historisch schlecht

Während Laschet mit Baerbock zofft: Union fällt in Umfrage auf niedrigsten jemals ermittelten Wert

  • Andreas Schmid
    VonAndreas Schmid
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Die CDU/CSU rutscht in der Wählergunst immer weiter ab. Nun zeigt eine Umfrage historisch schlechte Zustimmungswerte. Die Lage ist ernst.

Berlin - Die CDU/CSU verliert in den Umfragen immer mehr an Boden. Einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa zufolge kommt die Union nur noch auf 19 Prozent. Erstmals in diesem Bundestagswahlkampf rutscht die langjährige Kanzlerpartei damit unter die 20-Prozent-Marke. „Das dürfte der niedrigste Wert sein, den jemals ein Institut seit 1949 für die Partei ermittelt hat“, erklärte Forsa. Damals erreichte die Partei mit 31 Prozen ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl (2017: 32,9).

Bundestagswahl: SPD baut Vorsprung aus - sechs Prozentpunkte vor Union, acht vor den Grünen

Vom Absturz der CDU/CSU profitiert derweil die SPD, die im Vergleich zur letzten Forsa-Erhebung zwei Prozentpunkte gut machen kann. Die Sozialdemokraten liegen mit aktuell 25 Prozent nun sechs Prozentpunkte vor der Union und acht Prozentpunkte vor den Grünen, deren Wert um einen Prozentpunkt auf 17 Prozent fällt. Die FDP käme auf 13 Prozent (+1), AfD (11) und Linke (7) blieben unverändert.

Regierungsfähige Mehrheiten hätten der Umfrage zufolge ausschließlich Dreierbündnisse. Rechnerisch infrage käme demnach eine Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP), ein Kenia-Bündnis (SPD, CDU, Grüne) oder Rot-Rot-Grün (SPD, Grüne, Linke). Auch eine Deutschland-Koalition mit SPD, Union und FDP wäre theoretisch denkbar, gilt aber aufgrund der aktuellen Stärke der Sozialdemokraten als unwahrscheinlich. Die für das koservativpolitische Lager attraktive „Deutschland“-Koalition käme wohl nur unter Führung der Union in Frage.

Hinweise zur Umfrage

Die Daten zu Parteipräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 31. August bis 6. September 2021 erhoben. Datenbasis sind 2.505 Befragte. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/-2,5 Prozentpunkten.

Bundestagswahl: Laschet rutscht in Kanzlerpräferenz unter zehn Prozent - Söder triumphiert

Dass die SPD in den Umfragen führt, scheint auch am Kanzlerkandidaten Olaf Scholz zu liegen. Der aktuelle Finanzminister gewinnt in der Kanzlerpräferenz um einen Prozentpunkt und thront mit 30 Prozent Zustimmung weiterhin unangefochten an der Spitze. Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock kommt auf unveränderte 15 Prozent Zustimmung. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet verliert derweil um zwei Prozentpunkte und rutscht mit neun Prozent unter die 10er-Marke. Der Abstand zwischen Scholz und Laschet beträgt jetzt 21 Prozentpunkte. 46 Prozent der Befragten würden sich für keinen der drei Bewerber entscheiden.

Interessant: Wäre CSU-Chef Markus Söder Kanzlerkandidat der Union, würden sich 38 Prozent für ihn und nur 21 Prozent für Olaf Scholz und 15 Prozent für Annalena Baerbock entscheiden. Auch bei den Wählern der CDU von 2017 läge Söder mit 65 Prozent 42 Prozentpunkte vor Laschet mit nur 23 Prozent. Zuletzt hat einen andere Umfrage ein ähnliches Ergebnis geliefert. Der bayerische Ministerpräsident dürfte aber dennoch nicht nur mit Freude auf die aktuellen Umfragen blicken. Denn in einer aktuellen Meinungserhebung fällt die CSU unter die magische Marke von 30 Prozent.

Video: Schlappe in Bayern: CSU fällt in Wählergunst auf unter 30 Prozent

Der Umfragerückschlag erreichte die Union während der letzten Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Als die Zahlen veröffentlicht wurden, lieferte sich Laschet gerade ein Wortgefecht mit Baerbock. Als es um die Klimapolitik ging, warf der CDU-Chef seiner Kontrahentin „Unredlichkeit“ vor. Baerbock ergriff daraufhin in Form einer Zwischenfrage das Wort – und konterte. (as)

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