Kanzlerkandidaten: Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Die Grünen) und Armin Laschet (CDU, v.li.).
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Kanzlerkandidaten: Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Die Grünen) und Armin Laschet (CDU, v.li.).

Unions-Kandidat geht hohes Risiko

Debakel für die CDU? Ausgerechnet Scholz könnte Kontrahent Laschet vor einer großen Blamage bewahren

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet droht bei der Bundestagswahl 2021 ein regelrechtes Desaster. Ausgerechnet die SPD von Olaf Scholz könnte helfen.

München/Berlin - War sich Armin Laschet so sicher? Der Kanzlerkandidat der CDU hatte auf eine Bewerbung für ein Direktmandat für den Deutschen Bundestag verzichtet. Denn: Als möglicher Kanzler bräuchte er ein solches für die Arbeit im Parlament nicht. Dass der 60-jährige Rheinländer aber wirklich Kanzler wird, ist mit Blick auf die Umfragen zur Bundestagswahl 2021 an diesem Sonntag (26. September) sehr fraglich.

Armin Laschet: CDU-Kanzlerkandidat droht Debakel bei Bundestagswahl 2021

Ein Beispiel: Seit mehr als einer Woche sind die Umfragewerte im „Politbarometer“ des ZDF stabil. So käme die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf 25 Prozent der Stimmen, CDU und CSU dagegen zusammen nur auf 22 Prozent. Das ist für den Anspruch der Union sehr wenig. Mehr noch: Für Laschet könnte es richtig bitter kommen, insofern der Aachener nicht nur nicht Kanzler wird. Sondern auch, sollte er nicht mal ins Parlament einziehen.

Der CDU-Boss ließ sich in Nordrhein-Westfalen auf Platz eins der Landesliste setzen. Doch: Zum Beispiel das Berliner Beratungsunternehmen Johanssen + Kretschmer (JK) hatte in einer Prognose zur Bundestagswahl 2021 geschrieben, dass die CDU in NRW wohl 37 der 64 Wahlkreise gewinnen werde und somit kein Kandidat über die Landesliste nachrücken könnte. Hier kommt Olaf Scholz‘ SPD ins Spiel.

Bundestagswahl 2021: Das sind Überhangsmandate und Ausgleichsmandate

  • Bundestagswahl 2021: Definition Überhangmandate und Ausgleichsmandate
  • Überhangmandate: Wenn eine Partei über gewonnene Erststimmen mehr Kandidaten in den Deutschen Bundestag schicken kann, als ihr nach dem Anteil der Zweitstimmen in einem Bundesland zustehen.
  • Ausgleichsmandate: Überhangmandate werden durch die Vergabe zusätzlicher Sitze im Parlament in dem Maße ausgeglichen, dass am Ende die Sitzverteilung nach dem Verhältnis der Zweitstimmen gewahrt bleibt.

Denn: Dasselbe Beratungsunternehmen prognostiziert in einem Update seiner Erhebungen nun, dass die CDU und die SPD 90 Prozent aller Direktmandate holen werden, aber gemeinsam nicht einmal 50 Prozent der Zweistimmen auf sich vereinen. Dies führe zu einer Rekordanzahl an Überhangmandaten. Die Folge: Mehr Ausgleichsmandate, die die Überhangmandate - wie der Name schon sagt - ausgleichen sollen.

Im Video: CDU-Mann Armin Laschet in der ARD-Wahlarena

Mehr noch: Über besagte Mandate würde Armin Laschet doch noch in den Deutschen Bundestag einziehen - der erwartet starken SPD sei Dank. Ausgerechnet. Die Mega-Blamage bliebe damit aus für den CDU-Chef. Schließlich hatte er bereits angekündigt, sein Amt als NRW-Ministerpräsident nach der Wahl abzulegen.

Armin Laschet: CDU-Kanzlerkandidat zieht wohl dank SPD in den Bundestag ein

Die vielen Überhang- und Ausgleichmandate werden derweil den größten Bundestag der Geschichte nach sich ziehen. Laut Studien von Johanssen + Kretschmer (JK) werden dem 20. Bundestag nach derzeitigem Stand 823 Abgeordnete angehören - das wären 114 Sitze mehr als im letzten Bundestag. Unter den Mandatsträgern ist dann wohl auch CDU-Mann Laschet. Ob als Kanzler oder einfacher Abgeordneter. (pm)

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