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Nerven in der CDU liegen blank: Heftiges Wortgefecht zwischen Merz und Brinkhaus sickert durch

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Von: Felix Durach

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Ralph Brinkhaus (rechts) und Friedrich Merz (links) stehen vor Wolfgang Schäuble. (Archiv)
Ralph Brinkhaus (rechts) und Friedrich Merz (links) stehen vor Wolfgang Schäuble. (Archiv) © Kay Nietfeld/dpa

Die Zerrissenheit in der Union nimmt weite Formen an. Berichten zu Folge kam es am Dienstag zum Schlagabtausch zwischen Friedrich Merz und Ralph Brinkhaus.

Berlin – Die Union durchlebt spätestens seit der Bundestagswahl am Sonntag wohl die schwerste Zeit seit Jahren. Nach 16 Jahren Angela Merkel drohen CDU und CSU aufeinander loszugehen und auch innerhalb der CDU ist die Stimmung weit entfernt von harmonisch. So kamen am Donnerstag Worte der Verwunderung über die Planung der Sondierungsgespräche aus der CSU in Richtung der CDU. „Zum Verrücktwerden“, seien die aktuellen Zustände.

Unions-Fraktionssitzung wird zur Zerreißprobe – Kompromisslösung bei Vorsitz

Doch auch bei der Wahl des Fraktionsvorsitzenden der Union am Dienstag zeigte sich, dass die Nerven in der Partei blank liegen. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus wollte sich für ein weiteres Jahr zu Wiederwahl stellen. Armin Laschet wollte Brinkhaus nur als Übergangslösung, vielleicht auch, um Ansprüche auf den Posten des Fraktionsvorsitzenden erheben zu können, sollte er bei der Regierungsbildung den Kürzeren ziehen. Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss: Brinkhaus wurde zunächst bis April als Vorsitzender bestätigt.

Offener Schlagabtausch: Merz und Brinkhaus geraten vor Sitzung aneinander

Wie nun aus einem Bericht des Spiegel hervorgeht, kam es bei den Vorgesprächen zu besagter Fraktionssitzung zum Schlagabtausch zweier CDU-Größen. Friedrich Merz soll sich demnach bei Brinkhaus beschwert haben, dass dieser sich in der jetzigen Lage vorwiegend auf seine eigene Wiederwahl fokussiere. „Dass Sie hier jetzt kandidieren wollen, kann ich überhaupt nicht verstehen“, soll der 65-Jährige dem Fraktionsvorsitzenden vorgeworfen haben.

Die Partei habe schließlich andere Probleme, als sich tagelang mit der Wiederwahl von Brinkhaus zu beschäftigen, so Merz weiter. Brinkhaus habe dem Bericht zu Folge daraufhin zurückgeschossen und die Vorwürfe von Merz als „lächerlich“ bezeichnet. Der Fraktionsvorsitzende habe sich nicht einschüchtern lassen wollen. Merz, der die Fraktion bereits zwischen 2000 und 2002 Fraktionsvorsitzender der CDU war, soll daraufhin sein Glas auf den Tisch geknallt haben.

Union in der Krise: Laschet nach Wahl mit dem Rücken zur Wand

Auch, wenn Laschet mit seiner Kompromiss-Lösung zunächst eine Kampfabstimmung in der Fraktion verhindern konnte und zumindest den äußeren Anschein von Einheit in der Union wahren konnte, zeigen Vorfälle wie der Clinch zwischen Brinkhaus und Merz wohl eher, wie es zurzeit in der Partei aussieht.

Dennoch plant Laschet weiterhin die Union in Sondierungsgespräche mit Grünen und FDP zu führen, um am Ende trotz Wahlniederlage eine Regierung bilden zu können. Ob Laschet bei einer Jamaika-Koalition jedoch noch als Kanzler in Frage käme, ist derzeit jedoch ebenfalls unklar. (fd)

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