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CDU-Beben nach Wahldebakel: Schon drei Abgänge - auch Klöckner zieht Konsequenzen

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Von: Josef Forster, Fabian Müller

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CDU-Landeschefin Julia Klöckner
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will sich vom CDU-Landesvorsitz in Rheinland-Pfalz zurückziehen (Archivfoto) © Fabian Sommer/dpa

Nach der Bundestagswahl nimmt das Personalkarussell in der CDU Fahrt auf. Prominente Unions-Politiker verzichten auf ihr Amt und treten zurück.

Berlin - Die CDU leckt nach der verlorenen Bundestagswahl ihre Wunden. Während hinter den Kulissen um eine Koalition und die Zukunft von Parteichef Armin Laschet gerungen wird, setzen manche CDU-Politiker öffentlich Zeichen. Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Das Kabinettsmitglied zieht sich nach der Wahlschlappe vom CDU-Landesvorsitz in Rheinland-Pfalz zurück. „Wir wollen die kommenden Wochen für die Neuaufstellung nutzen, um unsere Basis breit einzubinden und die neue Führung mit einem starken Votum für die Zukunft auszustatten“, hieß es in einer Mitteilung Klöckners.

Klöckner verlor das Direktmandat im Wahlkreis Kreuznach an SPD-Mann Joe Weingarten. Über ihren Listenplatz wird Klöckner trotzdem in den nächsten Bundestag einziehen. Die CDU-Bundesministerin ist jedoch nicht die einzige Parteifunktionärin, die nach der Bundestagswahl ihr Amt abgibt.

CDU nach der Bundestagswahl: Wanderwitz und Sack ziehen sich zurück

In Mecklenburg-Vorpommern erreichte die CDU bei der Bundestagswahl nur 13,3 Prozent der Stimmen. Als Reaktion auf das historisch schlechte Abschneiden trat der Landesvorsitzende Michael Sack mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. „Auch wenn es einen ungünstigen Bundestrend gab und eine schwierige Ausgangssituation: Für das Ergebnis übernehme ich die Verantwortung“, erklärte Sack. Er könne „nicht glaubwürdig derjenige sein, der die CDU Mecklenburg-Vorpommern zu alter Stärke zurückführt - egal ob aus der Oppositionsrolle heraus oder im Rahmen einer Regierungsbeteiligung“. Trotz der Wahlschlappe will die CDU in Mecklenburg-Vorpommern Sondierungsgespräche mit der SPD aufnehmen. Unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig holten die Sozialdemokraten 39,6 Prozent der Stimmen.

Auch Marco Wanderwitz, dem Ostbeauftragten der Bundesregierung, wurde das schlechte CDU-Wahlergebnis zum Verhängnis. „Die Spitzenkandidaten Armin Laschet und Marco Wanderwitz waren eine schwere Belastung für den Wahlkampf“, erklärte CDU-Kreischef Florian Oest am 27. September in Görlitz. Wanderwitz ging als Spitzenkandidat der sächsischen CDU in den Wahlkampf, musste sich jedoch der AfD (24,6 Prozent) deutlich geschlagen geben. Mit 17,2 Prozent landeten die Christdemokraten auf dem dritten Platz hinter der SPD (19,3 Prozent).

CDU nach der Bundestagswahl: Ersatz für Klöckner und Wanderwitz gefunden

Bei der Konstituierung der neuen sächsischen CDU-Landesgruppe im Bundestag übernahm am Montagabend der Zwickauer Carsten Körber das Amt des Landesgruppenchefs, das bisher Wanderwitz innehatte. Der abgelöste Landesgruppenchef soll nach Informationen der dpa die Sitzung ohne Aussprache mit seinen Kritikern verlassen haben.

In Rheinland-Pfalz gab am Dienstagnachmittag bereits der dortige CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf seine Kandidatur für den Landesvorsitz bekannt. Den hatte zuvor Klöckner inne. Die CDU wolle aufbrechen, erklärte Baldauf in Mainz. Er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. „Der Weg der Erneuerung, den sie heute eingeleitet hat, ist die einzig richtige Route“, erklärte der 54-Jährige.

CDU: Nach Bundestagswahl werden Rücktrittsforderungen lauter

Als Reaktion auf die schwachen Wahlergebnisse fordern einzelne CDU-Vereinigungen personelle Konsequenzen.  „Wir brauchen einen echten Neuanfang. Dieser kann nur erfolgreich sein, wenn unser Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat Armin Laschet die Konsequenzen aus diesem Vertrauensverlust zieht und zurücktritt“, erklärte die Junge Union Sachsen. Zuvor hatte sich die Werte-Union für einen Rücktritt von Armin Laschet und Markus Söder ausgesprochen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich das Personalkarussell der Union weiterdreht. (jif/dpa/AFP)

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