CDU-Plakatmotive
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CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak stellt die Kampagne für die Bundestagswahl vor.

Vorstellung der Wahlkampfkampagne

Plakatwerbung der CDU sorgt für Kritik: Kampagne mogelt mit Parteimitgliedern - „Schauspielerei“

  • Julia Hanigk
    VonJulia Hanigk
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In Berlin wurden die Wahlkampfplakate der CDU vorgestellt. Doch ein Detail sorgt für Verwirrung: Parteimitglieder posieren statt echten Arbeitskräften.

Berlin - Mit dem Motto „Deutschland gemeinsam machen“ zieht die CDU in den Wahlkampf der Bundestagswahl am 26. September. Die Union führe Menschen zusammen, sie sei „eine Partei nicht des Entweder-oder, sondern des Sowohl-als-auch“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bei der Vorstellung der Wahlkampfkampagne in Berlin am 06. Juli.

CDU-Kampagne: Partei-Mitglieder statt echtes Leben

Präsentiert wurden im Konrad-Adenauer-Haus verschiedenste Motive, die Menschen bei der Arbeit zeigen. Als eine Art „Hauptplakat“ ist Kanzlerkandidat Armin Laschet in gleichem Stil abgedruckt. Unter jedem Plakat ist der Slogan zu lesen, die Bilder werden eingekreist in den Flaggenfarben Deutschlands. Doch zu sehen sind nicht etwa Arbeiterinnen und Arbeiter, die der Tätigkeit auf dem Foto auch wirklich nachgehen - beispielsweise eben Polizistin oder Altenpflegerin. Stattdessen wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den eigenen Kreisen für die Kampagne fotografiert. Die Parteizentrale soll somit nah am echten Leben gezeigt werden.

CDU-Sprecherin mimt die Altenpflegerin

Zu erkennen ist auf dem Plakat, bei dem es um „ein gutes Leben im Alter“ gehen soll, beispielsweise CDU-Sprecherin Isabell Fischer, wie sie sich lachend zu einem sitzenden Senioren beugt. Auch ihren Ehemann Jens und ihren Sohn Valentin findet man bei der Fotokampagne wieder - sie malern für „bezahlbares Wohnen“. Und auch die Polizistin, die für „Sicherheit“ wirbt, ist ein bekanntes Gesicht: Es handelt sich um Clara von Nathusius, Vize-Chefin der Online-Kampagne „CDU-Connect“.

Kein Infektionsrisiko, keine Zeit - Kampagne sorgt für Twitter-Kritik

Die offizielle Begründung für die Herangehensweise an die Kampagne ist, dass man während der Pandemie kein Infektionsrisiko eingehen wollte und auch keine Pfleger oder Polizisten von ihrem wichtigen Job abziehen wollte, so Paul Ziemiak bei der Vorstellung. Wie die Bild berichtet, soll außerdem gesagt worden sein, dass die Zeit für das Aussuchen „echter Menschen“ zu knapp gewesen sei, da die Spitzenkandidatur und auch das Programm lange ungeklärt waren. Laut Ziemiak läge das Wahlkampfbudget wie in den vorherigen Wahlkämpfen bei rund 20 Millionen Euro.

Auf Twitter sorgen die vorgestellten Wahlplakate teilweise für Kritik. Die Dresdner Bundestagskandidatin der SPD, Rasha Nasr, schreibt beispielsweise: „Boah, das ist so panne.“ Userinnen und User kritisieren außerdem, die Menschen würden etwas vorgeben zu sein, was sie nicht sind, empfinden die Bilder als „Schauspielerei“. „Geschummelt!“, schreibt eine Person. „Peinlich“, kommentiert eine andere.

CDU erwartet hohen Anteil an Briefwahl

Die Union erwartet nach den Worten Ziemiaks den „digitalsten Wahlkampf, den wir bisher erlebt haben“. Es werde aber auch größere Veranstaltungen geben, die allerdings nicht in geschlossenen Räumen geplant seien. Die CDU rechne außerdem mit einem „historisch hohen Anteil“ an Briefwählerinnen und Briefwählern.

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