Thomas von Sarnowski, neu gewählter Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Bayern, steht nach seiner Wahl neben Eva Lettenbauer, ebenso Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, mit Blumen auf der Bühne
+
Die Bayerischen Grünen führen bei der Bundestagswahl ein kanppes Rennen mit der CSU um Direktmandate. (Archivbild)

Bundestagswahl 2021

Rennen um die Direktmandate: Wo die CSU in Bayern die Grünen fürchten muss

Bei der anstehenden Bundestagswahl hoffen die bayerischen Grünen darauf, der CSU einige Direktmandate abzujagen. Vor allem in Bayerns Städten wird es spannend.

München - Zum ersten Mal in der Geschichte der Partei sehen die Grünen in Bayern gute Chancen auf viele Direktmandate. In der Vergangenheit hatte es die CSU meist eher komfortabel: Bei den vergangenen drei Wahlen holte die Partei nach Berichten der dpa sämtliche Direktmandate in Bayern. Doch dieses Jahr müssen gleich mehrere CSU-Kandidaten bei der Bundestagswahl im September zittern.

Besonders in den Großstädten hoffen die Grünen auf Erfolge. Schon bei der Landtagswahl 2018 habe das geklappt. „Wir haben bei der Landtagswahl gezeigt, dass wir auch in Bayern Direktmandate gewinnen können“, sagte Grünen-Landeschef Thomas von Sarnowski der dpa. „Das wollen wir bei der Bundestagswahl wiederholen.“

Rennen um Direktmandate: Die Grünen holen in bayerischen Städten auf

Das größte Sorgenkind der Christdemokraten ist die Landeshauptstadt München. Bei den letzten Landtagswahlen gewannen die Grünen dort fünf von neun Direktmandaten. Die größten Chancen rechnen sich die Grünen im Wahlkreis München West/Mitte aus. Dort treten zwei bereits erfahrene Bundestagsabgeordnete an: Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger und der grüne Wirtschaftsexperte Dieter Janecek.

Die Grünen hoffen außerdem, dass ihre stellvertretende Bundesvorsitzende Jamila Schäfer im Wahlkreis München Süd das Direktmandat von CSU-Mann Michael Kuffer holen kann. Auch in Nürnberg und Ausgburg haben die Grünen gute Karten - auch, wenn diese etwas schlechter scheinen als in München.

CSU-Generalsekretär: „Klares Ziel, wieder sämtliche Direktmandate zu gewinnen“

Doch die CSU will nicht einfach kampflos aufgeben und hält dagegen . „Wir haben das klare Ziel, wieder sämtliche Direktmandate zu gewinnen“, erklärte CSU-Generalsekretär Markus Blume der dpa. „Und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das auch schaffen.“

Mancherorts profitiert die CSU von den Zuschnitten der Wahlkreise für die Bundestagswahl. In Würzburg zum Beispiel gewannen die Grünen bei der vergangenen Landtagswahl ein Direktmandat. Bei der Bundestagswahl umfasst der Wahlkreis aber nicht nur die Stadt, sondern auch den Landkreis Würzburg. Doch die ländlicheren Regionen fallen den Grünen um einiges schwerer, als die Städte.

SPD oder Grüne: Wer ist die größere Gefahr für die CSU?

Die besten Werte in Umfragen hatten die Grünen auch in Bayern nach Angaben der dpa kurz nachdem Annalena Baerbock im April zur Kanzlerkandidatin gekürt wurde. Kurz vor der Wahl sinken die Umfragewerte der Partei allerdings bundesweit wieder. Die SPD hingegen nimmt jetzt Fahrt auf. Sollte der SPD-Trend in den Umfragen noch weiter nach oben zeigen, könnte das die Grünen Erststimmen kosten. Allerdings konnten die Sozialdemokraten seit 2005 keinen bayerischen Wahlkreis mehr direkt für sich gewinnen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare