Seija Knorr-Köning kandidiert in München für die SPD.
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Seija Knorr-Köning kandidiert in München für die SPD.

Direktkandidaten im Porträt

Bundestagswahl München: Seija Knorr-Köning (SPD) - Vorfahrt für die Pflege

  • Leonie Hudelmaier
    VonLeonie Hudelmaier
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Direkt von der Krankenhausstation in den Bundestag – diesen Weg verfolgt Seija Knorr-Köning als SPD-Kandidatin und Krankenschwester für den Wahlkreis München West/Mitte.

Mit 27 Jahren gehört die Politikerin zu einer der jüngsten Bundestagskandidaten in München*. Aber einer der Jüngsten zu sein, ist für die gebürtige Illertisserin nichts Neues. Schon als sie mit 18 Jahren dem Ortsverein Vöhringen beigetreten ist, war sie mit über 20 Jahren Abstand die Jüngste, erzählt sie. Geschadet habe ihr das aber nicht, denn dort habe sie eigene Positionen entwickelt. Aber warum gerade die SPD? „Ich hatte immer das Gefühl, dass keine andere Partei bessere Sozialpolitik macht“, erklärt Knorr-Köning. Ihre Kernthemen – eine bessere Gesundheitsversorgung schaffen, Kinderarmut bekämpfen und eine gute Beschäftigung gewährleisten – musste die 27-Jährige nicht groß suchen, sondern daran habe sie jahrelang in Positionspapieren mitgeschrieben. Zum Termin mit unserer Zeitung kommt sie mit dem Fahrrad. Umwelt, ein urgrünes Thema, hat sie sich ebenfalls zu eigen gemacht und im Wahlkampf eine „klimapolitiches Radltour“ organisiert.

Bundestagswahl München: Seija Knorr-Köning (SPD) hat sich auch das Thema Umwelt zu eigen gemacht

Ihr Weg verlief vom Ortsverein bis zur Landesebene bei den Jungsozialen (Jusos) und der SPD – vom bayerisch-schwäbischen Landkreis Neu-Ulm bis zur Landeshauptstadt München. Ihre Wurzeln hat sie dabei aber nicht vergessen. Das beweist sie mit einer kurzen Einlage auf schwäbisch. Die Kandidatur zur Direktkandidatin der SPD* sei ganz ohne Machtkampf verlaufen. „Ich musste nicht die Ellenbogen ausfahren – und das habe ich auch bis heute nicht, wenn es um die Bundestagskandidatur ging“, stellt die Sozialdemokratin klar. Das beweist auch ihr Listenplatz 32. Denn sie „wollte nicht kampfkandidieren um den Listenplatz“. Ermutigt hat sie unter anderem der Direktkandidat der letzten Bundestagswahl*, Bernhard Goodwin. Der ehemalige Kandidat habe zu ihr gesagt, sie sei als junge Pflegekraft anschlussfähig für Menschen, die er nicht erreichen könne. Das sei der wichtigste Moment in ihrer ganzen SPD-Zeit gewesen, resümiert Knorr-Köning.

Steckbrief

Name: Seija Knorr-Köning

Alter: 27

Beruf: Intensivkrankenschwester

Partei: SPD

Wahlkreis: München West/Mitte

Familienstand: verheiratet, ein Kind

Inspiriert zu ihrem Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerin hat Knorr-Köning die Fachliteratur ihrer Mutter, die als Radiologie-Assistentin tätig war. Seit nun fast zehn Jahren ist sie im Krankenhaus tätig. Dieser Beruf macht der SPD-Kandidatin nicht nur „unglaublich viel Spaß“, sondern sie versteht sich dadurch auch als Lobbyistin der Pflegekräfte. Im Bundestag sehe sie ihre Aufgabe darin, „Pflegekräfte politisch zu vertreten und zu organisieren, dass es da ein Sprachrohr gibt.“ Wenn es möglich ist, plant sie im Falle eines Bundestagsmandats sogar weiter als Intensivkrankenschwester auf 450-Euro-Basis zu arbeiten.

Bundestagswahl München: „Veränderung macht Spaß“, sagt Seija Knorr-Köning

Dass das einiges ändern würde, sieht Knorr-Köning als etwas sehr Positives: „Veränderung macht Spaß und Veränderung ist was Gutes.“ Ihren Lebensmittelpunkt will die Bundestagskandidatin aber weiterhin in München-Neuhausen* haben. Denn sie hat schon einen Kitaplatz für ihren Sohn und ihr Mann Christian Köning – ebenfalls Sozialdemokrat – ist Münchner Stadtrat. Konkurrenz gibt es zwischen den zwei SPDlern aber nicht: „Wir sind ein Team. Wir haben uns über die Politik kennengelernt. Wir sind beide nicht nur miteinander, sondern auch mit der Partei verheiratet“, erklärt sie schmunzelnd.

Knorr-Köning: „Ich bin der Meinung, dass ich den Dreikampf gewinnen kann“

Zwar ist Knorr-Köning die einzige Kandidatin der großen Parteien im Wahlkreis, die nicht bereits ein Bundestagsmandat innehat oder über einen guten Listenplatz abgesichert ist, aber davon lässt sie sich nicht entmutigen. „Ich bin der Meinung, dass es hier ein Dreikampf ist und, dass ich den Dreikampf gewinnen kann“, so prognostiziert die Sozialdemokratin ihre Chancen gegenüber den Kandidaten der Grünen und CSU. Und falls es dieses Jahr nichts werden sollte, hat die SPD-Politikerin auch einen Plan: Dann geht sie im November wieder zu ihrer Arbeit als Intensivkrankenschwester im Klinikum rechts der Isar und versucht es in vier Jahren noch einmal. Denn wie Knorr-Köning klarstellt: „Es geht nicht um mich. Letztendlich geht es darum, etwas verändern zu wollen, und das bin nicht nur ich allein, sondern ganz viele Menschen.“ Leonie Hudelmaier *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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