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Wie kommt der SPD-Kanzlerkandidat bei den Mitgliedern im Landkreis an?

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Von: Sebastian Tauchnitz

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«Spiegel»: Scholz ist für Kandidatur um SPD-Vorsitz bereit.
Olaf Scholz ist für SPD-Kanzlerkandidat. © dpa / Jörg Carstensen

Die Nominierung von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat stößt beim SPD-Vorsitzenden im Landkreis Weilheim-Schongau, Dominik Streit, auf Zustimmung.

Landkreis – Die Nominierung von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat stößt beim SPD-Vorsitzenden im Landkreis Weilheim-Schongau, Dominik Streit, auf Zustimmung. „Er ist ein guter Vizekanzler, hat gerade in der Corona-Krise Führungsqualitäten bewiesen“, so Streit. Dass es jetzt nicht wie vor vier Jahren, als der „Schulz-Zug“ durchs Land rollte, Begeisterungsstürme gibt, findet er wohltuend: „Nach all den Hypes ist es gut, wenn wir uns auf die Sacharbeit konzentrieren, ein ordentliches Wahlprogramm aufstellen, hinter dem die Mitglieder stehen.“

Für Streit ist es keine Frage, dass die SPD trotz bescheidener Umfragewerte einen Kanzlerkandidaten aufstellen muss. „Wir haben den Anspruch, das Land zu führen. Die CDU hat lange von der Popularität von Angela Merkel gezehrt. Jetzt werden die Karten neu gemischt.“ Deswegen solle man Scholz besser nicht gleich abschreiben: „Man muss erst sehen, wen CDU/CSU und Grüne ins Rennen schicken“, so Streit. Er verweist darauf, dass die Union noch vor wenigen Monaten im Umfragetief feststeckte: „Bis zur Wahl im Herbst 2021 kann noch viel passieren.“

Wie die Stimmung des SPD-Kreisverbandes bezüglich der Kanzlerkandidatur ist, könne er noch nicht sagen, räumt Streit ein. „Die Entscheidung kam auch für uns komplett überraschend. Eigentlich sollte sie im Spätsommer fallen. Da sieht man mal wieder, dass Berlin einen anderen Spätsommer hat als Bayern.“

Dominik Streit, SPD-Kreisvorsitzender im Landkreis Weilheim-Schongau.
Dominik Streit, SPD-Kreisvorsitzender im Landkreis Weilheim-Schongau. © Ralf Ruder

„Etwas ratlos“ sei er allerdings mit Blick darauf, dass h die Bundes-SPD nach der nächsten Bundestagswahl ein rot-rotes Bündnis mit der Linken anstrebt. „Diese Koalitions-Gedankenspiele sind momentan sehr anstrengend“, so Streit. Fakt sei, dass man eine starke SPD brauche. Fakt sei auch, dass die Union unter Merkel „15 Jahre lang sozialdemokratische Politik betrieben hat und das dem Land gut getan hat“. Nun müsse sich die Union inhaltlich neu positionieren. Und dabei sei unklar, ob da in der Mitte nicht auch wieder Platz für sozialdemokratische Politik würde, wenn CDU/CSU nach rechts rücken.

„Sicher ist, dass auf die Fortführung der Groko wirklich niemand mehr Lust hat“, so Streit. Und da sei für die SPD die einzige Alternative ein Rot-Rot-Grünes Bündnis. Auch mit einem Grünen Bundeskanzler? „Die Grünen müssen erst einmal sagen, was sie wollen und wen sie wollen“, so Streit.

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