Ein zur Wahlurne umfunktionierter Pappkarton bei der U-18-Wahl in Poing.
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Ein zur Wahlurne umfunktionierter Pappkarton bei der U-18-Wahl in Poing.

Vor der Bundestagswahl

U-18-Wahl im Landkreis Ebersberg: Die Jugend wählt Grün

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat der Kreisjugendring im Landkreis Ebersberg eine U-18-Wahl organisiert. Die hat einen klaren Sieger - bringt aber auch schwankende Ergebnisse mit sich.

Landkreis – Geht es nach jenen Jugendlichen im Bundeswahlkreis Erding-Ebersberg, die an der bundesweiten U18-Wahl teilgenommen haben, wären Bündnis90/Die Grünen die Wahlsieger. Von den 2277 abgegebenen Zweitstimmen entfielen 582 (entspricht 25,6 Prozent) auf die Grünen, die CSU erhielt 461 (20,3), die SPD 330 (14,5), die FDP 12,7 Prozent. Interessant:

Die „Sonstigen Parteien“ bekamen insgesamt 477 Stimmen (21 Prozent) und landeten damit im Gesamtergebnis auf Platz 2. Darunter fallen beispielsweise die Freien Wähler, Die Linke sowie die AfD. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Ergebnis der U18-Bundestagswahl hervor.

21 Prozent für „Sonstige“: So wählten die Jugendlichen bei der U-18-Wahl. Klarer Sieger: die Grünen (25,6%). Überraschend stark: die Tierschutzpartei (6,1%).

Im Landkreis Ebersberg hatte der Kreisjugendring die Organisation der U18-Wahl übernommen. Laut Jessica Aichelburg, Referentin für Jugendarbeit, gab es zehn Wahllokale. Teilgenommen haben die Mittelschule und das Gymnasium Vaterstetten, das Gymnasium Grafing, die Realschule und die Mittelschule Ebersberg, die Mittelschule Poing, die Montessori-Schule Niederseeon, die Privatschule zur Erziehungshilfe Schloss Zinneberg sowie die Jugendzentren in Markt Schwaben und Vaterstetten.

In Poing gewinnt die CSU, in Grafing marschieren die Grünen Richtung absolute Mehrheit

Aichelburg zufolge haben im Landkreis Ebersberg fast 1900 Schülerinnen und Schüler ihre Zweitstimme für eine Partei abgegeben. Die Erststimmen, mit denen die direkten Bundestagskandidaten gewählt werden, seien nur in sechs Wahllokalen erfasst worden. Ein konkretes Landkreis-Ergebnis gibt es nicht, lediglich jenes auf den gesamten Wahlkreis bezogen. Ein Einzelergebnis aber liegt unserer Zeitung vor: aus Poing. Hier erreichte die CSU die Mehrheit, die Grünen landeten lediglich auf Platz sechs, hinter der AfD .

In Grafing hingegen erzielten die Grünen mit 41,5 Prozent mit großem Vorsprung die Mehrheit, die SPD kam auf 17,1, die CSU auf 12,2. In Vaterstetten liegen SPD und AfD gleichauf an der Spitze, mit jeweils 24,5 Prozent. In Ebersberg ist die CSU mit 28,8 Prozent vorne, dahinter die SPD auf Platz zwei mit 18,1. In Markt Schwaben spielt die AfD überhaupt keine Rolle: Hier liegt die SPD mit 42,1 Prozent vor den Grünen mit 31,2 Prozent. Die CSU? 5,3 Prozent.

Wichtige Themen: Umwelt, Digitalisierung, Rassismus - und das Wählen ab 16

Die U18-Wahl soll Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Stimme zumindest theoretisch abgeben zu können, um damit der Politik zu zeigen, wen diejenigen wählen würden, die noch nicht dürfen. Die aber in den nächsten vier Jahren mit der neuen Bundesregierung und dem neuen Bundeskanzler/der neuen Bundeskanzlerin leben müssen.

Eine Umfrage unserer Zeitung bei Schülerinnen und Schülern vor Ort an der Mittelschule Poing zeigte, dass ihnen insbesondere die Themen Digitalisierung an Schulen, Umwelt- und Klimaschutz sowie Rassismus am Herzen liegen. Auf die Frage, ob denn Jugendliche schon mit 16 Jahren wählen dürfen sollten, antwortete der 16-jährige Mittelschüler Justin aus der 9. Klasse: „Ja. Weil 16-Jährige selbst schon eine Meinung haben und jeder 16-Jährige auch klar denken können sollte.“

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