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Bei der Bundestagswahl am 22. Semptember ist vor allem die Zweitstimme wichtig.

Bundestagswahl 2013

Erststimme, Zweitstimme, Briefwahl: Das müssen Sie wissen

Berlin - Erststimme, Zweitstimme, Briefwahl, Überhangmandate: Am 22. September wird der Bundestag gewählt. Fragen und Antworten zum Wahlsystem finden Sie hier.

Bundestagswahl 2013: Ergebnisse aus der Region finden Sie hier!

Wer darf wählen?

Jeder deutsche Staatsbürger ab 18 Jahren. Voraussetzung ist, dass man am Stichtag 18. August bei einer Kommune als Einwohner gemeldet ist und später im Wahllokal seinen Ausweis bei sich hat. Im Ausland lebende Deutsche können ihre Teilnahme bis 1. September beantragen.

Wo wird gewählt?

In 80 000 Wahllokalen. Meist sind sie in Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden. Der genaue Ort steht auf der Wahlbenachrichtigung, die jeder registrierte Wähler Ende August von seiner Kommune bekommt.

Und wenn jemand am 22. September keine Zeit hat?

Niemand muss wählen. Man kann aber mit der Wahlbenachrichtigung Briefwahl-Unterlagen bestellen und seine Stimme dann schon vorher per Post abgeben. Der Brief sollte spätestens am Donnerstag vor dem Wahlsonntag abgeschickt werden.

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Wer kann denn gewählt werden?

Generell gibt es in den 299 Wahlkreisen jeweils zwei Arten von Kandidaten: Direktkandidaten und Listenkandidaten. Jeder Wähler kann deshalb zweimal sein Kreuz machen: mit der sogenannten Erststimme bei einem Direktkandidaten und mit der Zweitstimme bei einer Liste mit mehreren Kandidaten.

Was sind Direktkandidaten?

Und Listenkandidaten?

Sie werden von den Parteien für jeweils ein Bundesland aufgestellt. Die Landesliste kann beliebig viele Kandidaten enthalten. Wie viele davon Abgeordnete werden, hängt davon ab, wie viel Prozent der Zweitstimmen die Partei bundesweit erhält: Je höher jemand auf der Liste steht, desto größer seine Chance auf einen Sitz im Bundestag. Die Listen stellen die Parteien durch Wahlen auf Landesparteitagen zusammen. Kleinere Parteien müssen zudem 2000 Unterstützerunterschriften nachweisen - an dieser Hürde ist etwa die weitgehend unbekannte Partei der Vernunft gescheitert.

Bundestagswahl 2013 in Zahlen und Fakten

Bundestagswahl 2013 in Zahlen und Fakten

Zwei Arten von Kandidaten - wie wird denn da das Prozentergebnis einer Partei ermittelt?

Dafür spielt die Erststimme keine Rolle: Allein die Zweitstimme entscheidet darüber, wie stark eine Partei im Bundestag vertreten ist. Jede Partei, die mindestens fünf Prozent aller Zweitstimmen bekommt, erhält so viele Sitze, wie ihrem Prozentergebnis entsprechen. Für schwächere Parteien gibt es aber ein Hintertürchen: Sie kommen trotzdem entsprechend ihrem Prozentergebnis in den Bundestag, wenn ihre Direktkandidaten in mindestens drei Wahlkreisen gewinnen; schaffen sie das nur in einem oder zwei Wahlkreisen, haben auch nur diese ein oder zwei Wahlkreissieger einen Sitz im Parlament.

Wie viele Abgeordnete werden insgesamt gewählt?

Das ist vorher schwer zu sagen. Theoretisch besteht der Bundestag aus 598 Abgeordneten: je zur Hälfte aus direkt Gewählten (per Erststimme) und den via Liste gewähltenn Kandidaten (per Zweitstimme). In der Praxis votieren viele Wähler mit Erst- und Zweitstimme aber für verschiedene Parteien. Vor allem größere Parteien wie SPD und Union gewinnen daher in den Wahlkreisen oft mehr Direktmandate, als ihnen nach ihrem bundesweiten Zweitstimmenergebnis zustehen. Sie haben dann sogenannte Überhangmandate. Das heißt: Der Bundestag hat mehr als 598 Abgeordnete - in der zu Ende gehenden Wahlperiode waren es 620. Bisher wurden Überhangmandate nicht ausgeglichen, so dass diese Parteien einen Vorteil hatten. Am 22. September ist das nun erstmals anders: Hat eine Partei ein Überhangmandat, bekommen alle anderen in den Bundestag einziehenden Parteien so viele Ausgleichsmandate, bis das exakte Kräfteverhältnis wieder hergestellt ist. Damit wird der nächste Bundestag aber noch größer als der bisherige.

Bundestagswahl: Diese Koalitionen sind möglich

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Und wie wird ermittelt, wer genau einen Sitz bekommt?

Auch das ist ziemlich kompliziert. Zunächst wird ermittelt, wie viele von den theoretisch 598 Bundestagssitzen einer Partei nach ihrem Zweitstimmenergebnis zustehen. Dann werden diese Sitze entsprechend dem jeweiligen Zweitstimmenergebnis in den Bundesländern auf die Landesverbände der Partei verteilt. Innerhalb der Landesverbände erhalten zuerst alle direkt gewählten Wahlkreiskandidaten einen Sitz, bleiben welche übrig, gehen diese an die Kandidaten der Landesliste entsprechend deren Reihenfolge.

Und wer organisiert und kontrolliert die Wahl?

Der Bundeswahlleiter - das ist immer der Präsident des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, derzeit Roderich Egeler. Er hat natürlich Helfer: rund 600 000. Sie kontrollieren in den Wahllokalen, ob die Wähler registriert sind und sich ausweisen können, zählen die Stimmen und melden das Ergebnis weiter. Für dieses Ehrenamt kann sich jeder Wahlberechtigte freiwillig melden. Gibt es nicht genug Freiwillige, wählen die Kommunen per Zufall Wahlberechtigte aus. Diese sind verpflichtet, dem zu folgen.

dpa

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