Mietendeckel und CO2-Umlage

Saskia Esken geht Rentner an: „Das muss reichen...“ - Wirbel in den sozialen Netzwerken

  • Kathrin Reikowski
    VonKathrin Reikowski
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Auf Twitter spricht ein Rentner die SPD-Vorsitzende Saskia Esken auf die CO2-Umlage und den Mietendeckel an. Esken reagiert - aber nicht so, wie der Rentner es sich gewünscht hätte.

Berlin - Eine Twitterdebatte zwischen einem Rentner aus Berlin und der SPD-Vorsitzenden sorgt einen Tag vor der Bundestagswahl am 26. September für Wirbel in den sozialen Netzwerken. Der Rentner hatte sich offenbar über den Mietendeckel und die CO2-.Umlage für Vermieter geärgert - und kurzerhand die SPD-Chefin angeschrieben.

Sein Tweet wörtlich: „Ich habe als Rentner 980,-€ Rente, dazu 1 Wohnung (60qm) in Berlin, die ich für 540,- € nettokalt an Senatsangestellte vermiete, ich brauche die rd. 1.500€ zum Leben! Warum wollt ihr mich mit Mietendeckel und CO2-Umlage auf Vermieter strafen?“. Darauf antwortete Saskia Esken: „Ein Mietenmoratorium begrenzt den Anstieg der Miete auf die Höhe der Inflation - das müsste auch weiterhin zum Leben reichen.“ Und auf die CO2-Umlage hatte sie ebenso eine Antwort parat: „Der CO2-Preis lässt sich mindern, indem Sie in Wärmedämmung und klimafreundliche Heizung investieren. Dafür gibt es Förderung und günstige Kredite.“ (Scholz oder Laschet? Letzte Prognosen und erste Ergebnisse bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.)

Vor der Wahl: Saskia Eskens umstrittener Tweet - zum Hintergrund von Mietendeckel und CO2-Umlage

Saskia Esken (SPD-Vorsitzende) liefert sich einen Tag vor der Bundestagswahl eine Debatte mit Vermietern auf Twitter.

Aktuell wird die CO2-Umlage allein von den Mietern getragen. Noch im Mai hatte die Bundesregierung beschlossen, dass anfallende Kosten von Mietern und Vermietern zu gleichen Teilen getragen werden wollen - doch das hatte die Unionsfraktion zum Kippen gebracht. Im Wahlkampf hatte die SPD sich nun dafür stark gemacht, dass künftig die Vermieter zur Kasse gebeten werden.
Auf Twitter hatte der SPD-Parteivorstand nochmals explizit auf diesen Punkt verwiesen: „Der CO2-Preis muss von den Vermieter*innen getragen werden“, schrieb man, in Berufung auf eine Pressekonferenz mit Saskia Esken. Wer sich die Details hinter der CO2-Umlage ansieht, kann den sozialen Sprengstoff verstehen: die Tagesschau hatte vorgerechnet, dass zwar aktuell nur etwa 100 Euro pro Jahr anfallen, aber in wenigen Jahren schon 1000 Euro fällig werden könnten. Parallel dazu die Mieten einzufrieren - was im SPD-Wahlprogramm „Mietenmoratorium“ heißt - ist für den Rentner nicht tragbar, wie er sagt.

Bundestagswahl: Saskia Esken verärgert Rentner mit Aussage über Mietendeckel

Die Wohnung zu sanieren, um weniger CO2-Ausstoß zu verursachen, ist für ihn auch keine gute Idee - ein weiterer Vorschlag Eskens. „Ich bin Handwerker – da merkste, dass sie keine Ahnung hat. Ich kann das alte Haus nicht einfach dämmen. Ist nicht meins, ich hab’ ne Wohnung da drinnen! Soll ich vielleicht eine Styroporschicht auf der Innenwand auftragen?“, sagte der Rentner gegenüber der Bild. Außerdem könne er auch nicht einfach einen Kredit aufnehmen. Die Wohnung habe er sich vor vielen Jahren als Alterssicherung von seinem Gehalt als Maurer abgespart.

1500 Euro müssten zum Leben reichen, der Rentner solle die Wohnung sanieren - und notfalls einen Kredit aufnehmen. All diese Aussagen stoßen dem Mann sauer auf - und nicht nur ihm. „Das sind ja so weltfremde Ansichten. Mit 1500€ soll noch Wärmedämmung gemacht werden? Wo leben Sie eigentlich?“, schreibt ein Twitter-User an Saskia Esken daraufhin. „Wenn ich überschaue was diese Frau Esken an Kohle bekommt, nicht verdient. Ein Schlag ins Gesicht jedes fleissigen Arbeiters“, schreibt ein anderer Nutzer. Die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz befindet sich noch im Wahlkampf - der CDU-Kandidat Armin Laschet hatte noch einen Auftritt mit Kanzlerin Angela Merkel und stellte dabei eine - für einige - falsche Frage. (kat)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd dpa dpa Bildfunk

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