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Wie wird man Kandidat bei Wahlen in Deutschland?

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Abgeordnete diskutieren bei einer Sitzung des Bundestages
Abgeordnete diskutieren bei einer Sitzung des Bundestages © Arne Immanuel Bänsch / dpa

Kandidat werden bei der Bundestagswahl: So mancher Wähler möchte sich selbst zur Wahl stellen. Potenziellen Abgeordneten stehen verschiedene Wege in den Bundestag offen.

Berlin – Kandidat zu werden bei der Bundestagswahl, das erfordert Planung und Engagement. Bürger, die sich aktiv in die Bundespolitik einbringen möchten, haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Politkarriere zu starten. (Mit unserem Politik-Newsletter bleiben Sie stets informiert über das nationale und internationale politische Geschehen.)

Bundestagswahl – Kandidat werden über den Wahlkreis

Der reguläre Ablauf besagt, dass sich Kandidaten für den Bundestag über eine Partei zur Wahl stellen. Der erste Weg führt über die Kandidatur im Wahlkreis, unabhängig davon, ob es sich um eine der etablierten Parteien handelt oder unbekanntere Gruppierungen wie beispielsweise die Tierschutzpartei oder die Familienpartei. Voraussetzung dafür, dass eine Partei ein Mitglied als Kandidat für die Bundestagswahl aufstellt, ist meist eine langjährige Mitgliedschaft und ein aktives Engagement.

In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise. Bereits Monate vor der Bundestagswahl bestimmen die Parteien das Mitglied, das als Direktkandidat in einem bestimmten Wahlkreis antreten soll. Denn über die Erststimme wählen die Bürger in Deutschland den Abgeordneten, der aus ihrem Wahlkreis in den Bundestag einzieht. Wer sich in seinem Wahlkreis die meisten Erststimmen sichert, wird für vier Jahre Abgeordneter in Berlin. Ein Kandidat muss nicht im Wahlkreis wohnen und keine besonderen Qualifikationen mitbringen. Es gelten folgende Voraussetzungen:

Bundestagswahl – Kandidat werden über die Landesliste

Eine weitere Möglichkeit, bei der Bundestagswahl Kandidat zu werden, ist die sogenannte Landesliste. Auch hier ist in der Regel die Mitgliedschaft in einer Partei erforderlich. Denn die Parteien stellen Listen zusammen, auf denen sie die Kandidaten verzeichnen, die über die Zweitstimme in den Bundestag einziehen sollen. Im Bundestag gibt es mindestens 598 Sitze. Die ersten 299 gehen an die Gewinner der Wahlkreise. Die restlichen Sitze verteilen sich nach dem Verhältniswahlrecht. Konnte sich zum Beispiel eine Partei 30 Prozent der Zweitstimmen sichern, stehen ihr auch 30 Prozent der Sitze zu. Angenommen diese Partei hat über die Erststimmen zwölf Prozent der Stimmen inne, dann rücken für die restlichen 18 Prozent Kandidaten von der Liste nach. Dabei gilt: Je besser der Listenplatz, desto höher sind die Chancen auf einen Platz im Bundestag. Für die Listen gelten folgende Voraussetzungen:

Bundestagswahl – Kandidat werden als Parteiloser

Jedem deutschen Staatsbürger steht bei der Bundestagswahl das aktive (wählen) und das passive (gewählt werden) Wahlrecht zu, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Grundvoraussetzung sind lediglich die Vollendung des 18. Lebensjahres und der Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit. Eine Parteimitgliedschaft oder besondere Qualifikationen sind nicht erforderlich. Parteien dürfen Kandidaten, die nicht Mitglieder sind, sowohl für den Wahlkreis benennen als auch auf die eigene Landesliste setzen. Allerdings machen politische Gruppierungen nur selten von dieser Möglichkeit Gebrauch, sondern bevorzugen in der Regel ihre eigenen Mitglieder.

Fehlt die Unterstützung durch eine Partei, können Parteilose nicht auf einer Landesliste Kandidat werden. Sie können sich aber als Direktkandidat in einem Wahlkreis aufstellen lassen. Dazu benötigen sie die Unterschrift von mindestens 200 Wählern aus dem Wahlkreis.

Der Ablauf sieht vor, dass die Vorschläge für die Landeslisten spätestens am 69. Tag vor der Wahl beim Landeswahlleiter und die Wahlkreisvorschläge an diesem Stichtag dem Wahlkreisleiter vorliegen. Am 58. Tag vor dem Wahltag entscheiden die Ausschüsse über die Zulassung der Vorschläge.

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