Armin Laschet bei seiner Ankunft zur Geburtstagsfeier des CSU-Ehrenvorsitzenden Dr. Edmund Stoiber.
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CDU-Parteichef Armin Laschet bangt um sein Amt. Bringt er keine Regierungskoalition zusammen, könnte ihn die Parteibasis abwählen.

Bundestagswahl 2021

Nach Wahl-Schlappe: Droht Laschet die Ablösung? Ruf nach Basisbeteiligung wird lauter

Nach der Wahlniederlage der Union häufen sich Spekulationen um Personaländerungen in der Union. Der Druck auf ihren Kanzlerkandidaten Armin Laschet wächst.

Berlin - Nach der Wahlpleite der Union suchen CDU und CSU nach den Gründen für ihre Niederlage. Die Schwesterparteien sind sich einig, dass Kanzlerkandidat Armin Laschet nicht unbedingt gut bei der Bevölkerung ankam. Er trägt eine Mitschuld. Bereits im Vorfeld der Wahl gab es Spekulationen darüber, was Armin Laschet bei einer Wahlniederlage drohen könnte. Nun scheint der Fall eingetreten zu sein. Wird die CDU Laschet als Vorsitzenden absägen?

Obwohl sich die CDU lange bemühte, geschlossen hinter Armin Laschet zu stehen, häufen sich nach der Wahl die Vorwürfe an seiner Kandidatur. Norbert Röttgen forderte bereits einen Neustart in der Union - auch in der Parteispitze. Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich dafür aus, zukünftig auch die Mitglieder in Entscheidungen zur Kanzlerkandidatur einzubeziehen.

CDU-Politiker für Mitgliederbefragung: Neustart in der CDU?

Sollte es Armin Laschet nicht gelingen, eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP zustande zu bringen, könnte ihn das vermutlich den Kopf als Parteivorsitzenden kosten. Besonders die Bundestagsabgeordneten und Führungsfiguren des Wirtschaftsflügels Carsten Linnemann und Christian von Stetten könnten sich dann für einen Neustart in der CDU einsetzen: Sie gelten als Kritiker Laschets und setzten sich bei Führungskämpfen innerhalb der Partei in der Vergangenheit für Friedrich Merz ein.

Linnemann erklärte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.), dass die CDU nach dem Misserfolg wieder mehr „Mitglieder- und Programmpartei“ werden müsse. Bei der Wahl des Führungspersonal sollte die Parteibasis künftig stärker einbezogen werden - zum Beispiel durch Mitgliederbefragungen. Gelingt es der CDU nicht, eine Regierung zu bilden, sollte man „in die Gliederungen der Partei hineinhorchen“, erklärte von Stetten der F.A.S. Die Zeit der Basis wäre dann gekommen, meinte von Stetten.

Kein Jamaika: Parteibasis könnte Laschet als Parteichef abwählen

Möglicherweise könnte Laschet dann also von seiner Parteibasis abgewählt werden. Auch der Landesvorsitzende der CDU in Thüringen, Christian Hirte, sprach sich für eine stärkere Beteiligung der Mitglieder aus. „In der Breite unserer Partei haben viele den Eindruck, dass unsere Führungsgremien Personalfragen nicht immer im Einklang mit dem Mehrheitswillen der Mitglieder entschieden haben“, sagte er der F.A.S mit Blick auf die Kanzlerkandidatur Laschets. Deshalb sei es notwendig, die Basis stärker in Personalfragen einzubeziehen.

Da der Bundesvorstand der Partei Laschets Kanzlerschaft trotz gegenteiligem Stimmungsbild in der Parteibasis durchgesetzt hatte, könnte auch er mit dem Parteivorsitzenden gehen müssen, sollte Laschet keine Regierungskoalition zustande bringen. (sf)

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