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„In Landshut“? Doppel-Flop in Laschets großer Rede - Fehler provozieren neue Häme

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Von: Florian Naumann

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Beim „Wahlkampfauftakt“ wollten Armin Laschet und die Union am Wochenende das Ruder herumreißen. Doch es hagelt Spott für gleich zwei Fehler.

Berlin - Ein Wort zu viel kann in der Politik großen Unterschied machen - ebenso wie ein Satz zu wenig. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet muss nach dem Wahlkampf-Auftakt von CDU und CSU am Wochenende einmal mehr eine große Portion Spott über sich ergehen lassen. Dabei zumindest indirekt im Mittelpunkt: Niederbayerns Hauptstadt Landshut.

Armin Laschet: „Landshut“ im Fokus - CDU-Kanzlerkandidat kassiert Spott für Versprecher

Noch Ende der Woche war Armin Laschet zum Amüsement vieler Beobachter in einem Interview bei der „spontanen“ Suche nach einem dritten politischen Hauptziel gescheitert. In seiner Wahlkampf-Rede in Berlin setzte er nun unnötigerweise das Wörtchen „in“ - und musste in der Folge seine Kompetenz in Zweifel ziehen lassen.

In seiner Ansprache hatte der CDU-Chef erklärt, dass die Bundespolizei-Spezialeinheit GSG9 im Herbst 1977 „Deutsche aus der entführten Lufthansa-Maschine in Landshut befreit“ habe. „Landshut“ war seinerzeit aber der Name des Flugzeugs, nicht der Schauplatz des Geschehens. Die Geiseln kamen bei einer spektakulären Aktion in Somalias Hauptstadt Mogadischu frei.

Laschet: „Landshut liegt nicht in Somalia“ - CDU-Chef leistet sich auch Fehler beim Thema Bundeswehr

Armin Laschet am Samstag neben Kanzlerin Angela Merkel beim Unions-Wahlkampfauftakt.
Armin Laschet am Samstag neben Kanzlerin Angela Merkel beim Unions-Wahlkampfauftakt. © John Macdougall/AFP

Im Netz wurde Laschet daraufhin unterstellt, es nicht besser zu wissen. Die Grüne-Bundestagsabgeordnete Canan Bayram schrieb auf Twitter: „Nein, Landshut liegt nicht in Somalia liebe Union, und ja, Ihr wolltet keinen perfekten Mann, sondern Armin“. Andere gaben Laschets Aussage wieder und setzten tränenlachende Smileys dazu. Spott erntete der CDU-Chef auch, weil er davon gesprochen hatte, dass die Bundeswehr nun mit Transall-Maschinen im Einsatz sei. Die hat sie inzwischen allerdings ausgemustert und fliegt unter anderem ihre Evakuierungsflüge aus Afghanistan nun mit dem Airbus A400M.

Der bisherige Bundestagswahlkampf war stark von persönlichen Patzern der Kandidaten bestimmt - etwa Laschets Lacher am Rande einer Äußerung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Hochwasserkatastrophe oder Fehlern im Lebenslauf von Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Vielfach wird beklagt, dass es an inhaltlicher Auseinandersetzung fehle.

Baerbock absolvierte am Sonntag ihr ARD-„Sommerinterview“ allerdings nahezu ohne Patzer - lediglich in einer Schnellfragerunde blieb die Grüne eine Antwort auf eine eher persönliche Frage schuldig. Moderatorin Tina Hassel ging nach sekundenlangem Warten zur nächsten Frage über. (fn/dpa)

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