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CDU-Debakel: Keiner traut sich, Laschet das Offensichtliche zu sagen

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Von: Georg Anastasiadis

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Armin Laschet, daneben Kommentator Georg Anastasiadis
Ein Kommentar von Georg Anastasiadis © Axel Heimken/dpa/Marcus Schlaf

Wann stürzt Laschet? Und wer kommt dann für ihn, am Ende Söder oder Spahn? Die Union verwirrt vor dem ersten Jamaika-Sondierungsgespräch die FDP. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Eine angehende Beziehung, bei der sich die Partner noch vor dem allerersten Rendezvous über die Frage streiten, wann man sich denn nun treffen will, steht unter keinem besonders guten Stern. Jetzt haben sich CDU und CSU nach einigem Zank also erst für Sonntagabend zum Speeddating mit der FDP verabredet – unplanmäßig erst nach dem ersten Treffen der Liberalen mit den Genossen um Olaf Scholz. Söder hatte für Samstag leider schon wichtigere Termine. Laschet wiederum will am Sonntag fast in Kompaniestärke zum Kennenlerntermin anrücken – ob sich in einer solchen Quatschrunde wohl erste zarte Bande knüpfen lassen?

Viele halten Laschet für nicht mehr vermittelbar

Den Grund für den rumpeligen Start der Jamaika-Gespräche sieht die FDP zu Recht im wieder aufgeflammten Machtkampf innerhalb der Union. Denn noch ist dort überhaupt nicht geklärt, wer sich denn im Fall der Fälle ins Koalitions-Lotterbett legen soll: CDU-Chef Armin Laschet? Den halten nach der katastrophalen Wahlklatsche sogar viele in der eigenen Partei den Bürgern (und erst recht den Grünen) für nicht mehr vermittelbar. Oder doch Reserve-Kandidat Markus Söder? Der würde gern, kämpft Unions-intern aber gegen den Vorwurf der Illoyalität. Oder freut sich, wenn zwei sich streiten, am Ende doch noch ein unbekannter Dritter? In der CDU hat sich gerade Jens Spahn wieder auffällig ins Gespräch gebracht, aber auch auf den saarländischen Ministerpräsident Tobias Hans richten sich erwartungsvolle Blicke.

Spahn und Hans haben freilich ein Problem: In der CDU findet sich, ganz anders als in der CSU, keiner, der noch über die Autorität und den Mut verfügt, Laschet zu sagen, dass es vorbei ist. Merkel, Bouffier, Schäuble: Die einstigen Granden sind alle mitverantwortlich für das Wahldebakel und wohlweislich abgetaucht. Wo aber keine ordnende Hand den Prozess steuert, wartet an der nächsten Ecke das Chaos. Kein Wunder, dass die FDP skeptisch diesen Partner beäugt, der ihr im Moment kaum mehr versprechen kann als ein gschlampertes Verhältnis.

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