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Eklat um neues CDU-Video: Laschet-Wahlkampf mit Querdenker empört - „Ohne Anstand“

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Von: Andreas Schmid

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Armin Laschet und die CDU stehen in der Kritik. Grund ist ein neuer Wahlkampfilm, in dem ein Querdenker zu sehen ist. Der politische Gegner reagiert entschieden.

Berlin - Die CDU hat wenige Tage vor der Bundestagswahl einen neuen Wahlwerbespot veröffentlicht. Unter dem Titel „Damit die Richtung stimmt: Beide Stimmen für CDU und CSU“ teilte der offizielle Parteienkanal ein Wahlkampfvideo auf YouTube. Der politische Gegner ist entsetzt.

Bundestagswahl: CDU wirbt mit Laschet-Gespräch mit Querdenker

Grund ist eine Szene aus dem Clip, in dem Kanzlerkandidat Armin Laschet mit dem Querdenker Thomas Brauner zu sehen ist. Der Mann hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt eine Absperrung durchbrochen und war zu Laschet auf die Bühne geeilt. „Erstmal abregen, zweitens Frage stellen“, entgegnete der CDU-Chef. Dann bekam der Mann sogar die Gelegenheit, eine Frage zu stellen*. Ihm ging es um die Corona-Politik.

Aus dem Off sagt die Stimme in dem Wahlkampfvideo an der Stelle, der CDU* gehe es um: „Erst denken, dann reden - und auch mit denen, die eine kritische Haltung haben. Ja, gerade mit denen.“ Politische Gegner nutzen den Clip nun dafür, Laschet und die CDU anzugreifen. Schon nach dem Ereignis in Erfurt hatte etwa Karl Lauterbach Laschet dafür kritisiert, nicht den erforderlichen Corona-Abstand einzuhalten. Nun legt der SPD-Gesundheitspolitiker nach.

Bundestagswahl: Kritik an CDU-Werbespot - „Ohne Anstand, ohne Haltung und ohne Pietät“

„Armin Laschet macht damit Werbung, dass er sich von einem Nazi-nahen Querdenker und Gefährder hat anschreien lassen. Während Kommunalpolitiker und andere vor solchen Leuten geschützt werden müssen. Bürgernah geht anders“, schrieb Lauterbach auf Twitter. Den Werbeclip könne er nicht verstehen. Die frühere SPD-Bundesministerin Katarina Barley meinte: „Das Schlimme ist, dass die CDU genau weiß, wen sie da in ihren Werbefilm mit aufgenommen hat. Sie biedern sich bewusst bei diesen sogenannten Querdenkern an.“

Kritik gab es auch von anderen Parteien. Der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen schrieb: Am selben Tag, an dem ein Bürger für die Durchsetzung der Maskenpflicht in Idar-Oberstein ermordet wird, veröffentlicht die CDU einen Spot mit einem Querdenker. Dieses Video ist ein Hohn für alle, die mit Solidarität und Engagement gegen das Virus kämpfen.“ Die stellvertretende Parteivorsitzende der Linken, Martina Renner, bilanziert: „Ohne Anstand, ohne Haltung und ohne Pietät.“

Brauner trat während der Corona-Pandemie* immer wieder bei Kundgebungen auf. Bei einer Veranstaltung in Würzburg sprach er im Zusammenhang mit Corona-Impfungen etwa davon, dass „ein Holocaust 2.0 eingepflanzt“ werden soll. Auf seinem Telegram-Kanal macht Brauner Werbung für die Partei Die Basis, die im Rahmen der Corona-Proteste entstanden ist. Die CDU äußerte sich noch nicht zu dem Clip. Eine Anfrage an die Partei von Merkur.de blieb unbeantwortet. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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