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Merkel greift in Wahlkampf ein - Buhrufe und Pfeifkonzert stören Auftritt mit Armin Laschet

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Von: Markus Hofstetter

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Armin Laschet einem Wahlkampfauftritt in Stralsund (21. September 2021)
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Wahlkampfauftritt in Stralsund für Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet unterstützt © John MacDougall/afp

Ein gemeinsamer Wahlkampfauftritt von Angela Merkel und Armin Laschet wurde von Gegnern gestört. Die Noch-Kanzlerin warnt vor einer rot-rot-grünen Regierung.

Stralsund - Wenige Tage vor der Bundestagswahl greift Kanzlerin Angela Merkel* (CDU) in den Wahlkampf ihrer Partei ein. Im Rahmen einer Abschiedstour in ihrem Wahlkreis hat sie in Stralsund bei einem gemeinsamen Auftritt am Dienstagabend (21. September) bei strömendem Regen für Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet* geworben.

Sie nannte Laschet einen Garanten für eine starke Wirtschaft und sichere Arbeitsplätze. Bei der Bundestagswahl* am Sonntag gehe es darum, dass Deutschland "Anschluss an die Besten der Welt" halte, sagte sie. "Gute Arbeit" und "gute Bezahlung" gebe es zukünftig nur, "wenn wir zu den Besten auf der Welt gehören."

Bundeskanzlerin Angela Merkel greift in Wahlkampf ein: Warnung vor Linksruck in Deutschland

Laschet kämpfe als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen um jeden Arbeitsplatz - das würde er auch als Bundeskanzler tun, so Merkel. Außerdem stehe er für "die beste Ausstattung" von Sicherheitsbehörden, Polizei und Bundeswehr.

Die Kanzlerin warnte vor einer Koalition aus SPD*, Grünen* und Linken* nach der Wahl. Es sei nötig, nach der hohen Neuverschuldung während der Corona*-Pandemie "zu soliden Finanzen" zurückzukehren. "Ich glaube nicht, dass eine rot-rot-grüne Regierung das tut", sagte Merkel. Zudem kritisierte sie "Misstrauen" gegenüber Sicherheitsbehörden und Polizeikräften, ohne dabei bestimmte Partei zu nennen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel greift in Wahlkampf ein: „Maß und Mitte“ gegen das „Verteilen“

Es gehe bei der Wahl am Sonntag "um viel", betonte Merkel. Auf der einen Seite stehe eine Politik von "Maß und Mitte", die Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen wollen, die nötigen Freiräume gebe. Auf der anderen Seite stehe eine Politik, "die nur über das Verteilen nachdenkt, nicht über das erwirtschaften".

Auch Laschet warnte in der jetzigen Situation vor einer höheren Steuerbelastung von Unternehmen. Diese sollten investieren und Arbeitsplätze schaffen. Zugleich müsse Deutschland "klimaneutrales Industrieland" werden. Allerdings dürften die CO2-Grenzwerte nicht zu streng sein, sonst könnten ganze Industriezweige, etwa die Stahlproduktion, nach China* abwandern. Auch wolle er keine "rot-grüne Verbotspolitik", sagte Laschet.

Er griff ebenfalls das Thema Sicherheit auf: Es sei wichtig, eine Bundesregierung zu haben, "die innere und äußere Sicherheit garantiert". Das sei "mit Rot-Rot-Grün nicht möglich". Die Union hingegen wolle "einen starken Staat, der Sicherheit für uns alle herstellt".

Bundeskanzlerin Angela Merkel greift in Wahlkampf ein: Buhrufe und Pfeifkonzert stört Veranstaltung

Die Veranstaltung hatte mit rund einer halben Stunde Verspätung begonnen. Unter den Zuschauerinnen und Zuschauer waren offensichtlich auch viele Gegner von Laschet und Merkel. Denn kaum wurde der Auftritt der Kanzlerin angekündigt, erklangen Buhrufe und ein Pfeifkonzert.

Merkel nahm zumindest das schlechte Wetter mit Humor. "Wenn du Bundeskanzler bist, musst du unbedingt bei Sonnenschein und Tageslicht wieder herkommen", sagte sie zu Laschet. Der griff die Störer direkt an und richtete eine Ermahnung an alle, "die dahinten pfeifen und schreien": Wer glaube, es gebe keine Pandemie, der solle mal auf die Intensivstationen gehen, empfahl der CDU-Chef.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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