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Im Falle einer GroKo: Kühnert würde hinschmeißen - Scholz habe aber ohnehin „sicherlich keinen Bock“

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Von: Andreas Schmid

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Der frühere Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.
Der frühere Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Kommt es wieder zur Groko? © Political Moments/Imago

Kommt es nach der Bundestagswahl zur Neuauflage einer Großen Koalition? Kevin Kühnert lehnt dieses Zweierbündnis vehement ab - und würde gar zurücktreten.

Berlin - In zwölf der letzten 16 Jahre regierte in Deutschland eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Stets mit stimmenmäßig schwächeren Sozialdemokraten. Vor der anstehenden Bundestagswahl scheint sich das Blatt wenden zu können. In den Umfragen rangiert die SPD um Kanzlerkandidat Olaf Scholz vor der CDU und Armin Laschet. Weil eine Fortführung der GroKo rechnerisch möglich erscheint, wird momentan auch über ein Zweierbündnis mit SPD-Führung diskutiert. Kevin Kühnert hat darauf allerdings keine Lust.

Bundestagswahl: Kühnert will bei Groko als SPD-Vize ausscheiden - „Alle wollen Union in Opposition schicken“

Kühnert will gar als SPD-Vize zurücktreten, falls es nach der Bundestagswahl zu einer neuen großen Koalition kommen sollte. Das kündigte der Bundestags-Kandidat am Donnerstag auf der Internetplattform Reddit an, wo er Nutzerfragen zu diversen Themen beantwortete. Er betonte allerdings auch: „Alle in der SPD wollen die Union in die Opposition schicken. Wirklich alle.“ Eine neue Koalition mit der Union halte er für „komplett undenkbar“.

In Umfragen wäre eine solche Koalition nach derzeitigem Stand knapp möglich - anders als jetzt dann unter Führung der SPD, die in den Umfragen teils deutlich vor der Union rangiert. Deutlich größere Mehrheiten hätten allerdings Dreierkoalitionen etwa aus SPD, Grünen und FDP oder aus Union, Grünen und FDP (Ein Blick auf die möglichen Koalitionen im Bund). Kühnert hatte sich bereits nach der vergangenen Bundestagswahl 2017 vehement gegen ein Bündnis der SPD mit der Union ausgesprochen.

Bundestagswahl: Groko? „Scholz hat sicherlich keinen Bock, mit dem Typen auf irgendeiner Bühne zu stehen“

Kühnert kritisierte auch den Wahlkampf-Stil des Kanzlerkandidaten der Union. „Armin Laschet führt einen üblen Wahlkampf voller Verleumdungen und ohne eigene Inhalte“, schrieb er. Olaf Scholz habe vor diesem Hintergrund „sicherlich keinen Bock, mit dem Typen auf irgendeiner Bühne zu stehen“.

In der Union scheint man sich derweil auch nicht wirklich sicher über eine mögliche Groko-Fortführung zu sein. CSU-Boss Markus Söder macht Feuer auf die SPD, CDU-Chef Armin Laschet schließt mit Blick auf eine mögliche GroKo plötzlich nichts mehr aus. Episoden eines Zick-Zack-Kurses - die Analyse. (as mit dpa)

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