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Bundestagswahl: Wie sicher sind die ersten Prognosen? Hoher Briefwahlanteil hat wohl Auswirkungen

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Von: Lena Bammert

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Brief mit großer Wirkung: Seit Mitte August können die Wähler bei der Bundestagswahl 2021 per Briefwahl abstimmen.
Brief mit großer Wirkung: Seit Mitte August können die Wähler bei der Bundestagswahl 2021 per Briefwahl abstimmen. © Christian Offenberg/ Imago Images

Bei der Bundestagswahl 2021 wird der Anteil an Briefwählern und -wählerinnen hoch sein. Dies kann Auswirkungen auf die ersten Prognosen zum Wahlergebnis haben.

Berlin - Um 18 Uhr ist es so weit. Dann werden die ersten Prognosen zum Ergebnis der Bundestagswahl veröffentlicht. Die Prognosen basieren auf repräsentativen Nachwahlbefragungen am Wahltag. Dafür werden die Wähler und Wählerinnen nach Verlassen des Wahllokals befragt. Die Stimmen von Briefwählern werden dabei natürlich nicht direkt erfasst - und nur in ihren vermuteten Abweichungen zum Verhalten der Wähler in den Wahllokalen berücksichtigt. Das kann Konsequenzen für die Aussagekraft der ersten Prognose haben, vor allem bei einer hohen Briefwahlbeteiligung. (Scholz oder Laschet? Letzte Prognosen und erste Ergebnisse bekommen Sie in unserem Politik-Newsletter.)

Bundestagswahl: Erste Prognosen zum Ergebnis - darum sind 2021 größere Schwankungen möglich

Wie eine Sprecherin des Instituts Infratest dimap zeit.de erläuterte, fließen in die 18-Uhr-Prognose zwar auch die möglichen Differenzen zwischen Brief- und Urnenwählern ein, auch die Erfahrungen mit vergangenen Wahlen und Vorwahlbefragungen werden nicht außer Acht gelassen. Trotzdem: Für die Bundestagswahl 2021 wird ein hoher Anteil an Briefwählern und -wählerinnen erwartet. Diese Tatsache wird die Prognose beeinflussen: „Die 18-Uhr-Zahlen können eine etwas größere Differenz zum Endergebnis aufweisen als vor vier Jahren“, erklärte die Sprecherin.

Fest steht aber auch: Umso später der Abend, desto genauer wird sich das Ergebnis herauskristallisieren. Denn in die Hochrechnungen nach der ersten Prognose werden die ersten Ergebnisse ausgewählter Wahllokale mit einfließen. In diesen Ergebnissen sind dann auch schon einige Briefwahlergebnisse inklusive. Abzuwarten bleibt der Einfluss der Briefwahl auf die erste Prognose hinsichtlich der Ergebnisse für die AfD. Da diese sich gezielt gegen die Nutzung der Briefwahl ausspricht, kann es sein, dass der Großteil ihrer Anhänger und Anhängerinnen vor Ort zu Wahl gehen werden. Dadurch wären sie dann automatisch stärker in den Nachwahlbefragungen für die erste Prognose vertreten.

Der hohe Briefwahl-Anteil wird von Experten auch auf die Corona-Pandemie zurückgeführt. Bundeswahlleiter Georg Thiel ging zuletzt von einem Anteil über 40 Prozent aus. Sogar eine Verdopplung im Vergleich zur Wahl 2017 (29 Prozent) hält er für möglich. (leb)

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