Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat, steht nach der Wahlkampfveranstaltung in Köln neben den SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans (r.).
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Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat, steht nach der Wahlkampfveranstaltung in Köln neben den SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans (r.).

Geheimnis gelüftet

SPD-Chef klärt auf, wo sich die Partei-Linken den Wahlkampf über „versteckt“ hielten

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Ein beliebter Vorwurf nicht nur von Laschet: Die SPD habe im Bundestags-Wahlkampf ihre Parteichefs „versteckt“. Nun klären diese über den Ort auf.

Berlin/Köln - Ganz kurz vor der Wahl lüftet SPD-Parteichef Norbert Walter-Borjans ein „bestgehütetes Geheimnis“: Jetzt ist klar, wo er und Co-Chefin Saskia Esken den Wahlkampf über angeblich „versteckt“ wurden. In einem Tweet unter anderem mit dem Kommentar „Wahnsinn“ macht er sich damit auf ironische Weise über eine viel zitierte Aussage unter anderem von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet lustig.

SPD lüftet Wahlkampf-Geheimnis kurz vor der Bundestagswahl: Hier haben sich die Parteichefs „versteckt“

Am Freitagabend postete Walter-Borjans auf Twitter ein Foto, auf dem vier Personen zu sehen sind: Er, Esken, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und ihr Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Offenbar gemütlich sitzen sie in einem Restaurant-Keller zusammen. Nur Scholz blickt nicht in die Kamera. Die vier beredeten vermutlich die letzten Schritte vor der Bundestagswahl. Scholz gab am Freitag seine Abschlusskundgebung in Köln.

Im Wahlkampf wurde der SPD von den politischen Gegnern immer wieder vorgeworfen, sie würden die Parteichefs „verstecken“. Wenn sie bei Talkshows und anderen TV-Auftritten fehlten oder kaum Präsenz zeigten, war der Vorwurf schnell da. Hintergrund ist, dass die Parteichefs eine linkere Politik verfolgen als es Kanzlerkandidat Scholz zugeschrieben wird. Außerdem ergaben Umfragen lange Zeit, dass viele sich Scholz als Kanzler wünschten, aber mit seiner Partei weniger anfangen könnten.

Bundestagswahl 2021: SPD witzelt über Unions-Vorwurf

Es ist nicht das erste Mal, dass Walter-Borjans und Esken den Vorwurf aufgreifen. Im Interview mit dem Münchner Merkur äußerte sich der Vorsitzende bereits. Auch zuletzt in TV-Formaten, etwa in einer Sendung von ProSieben, bei der Esken dabei war, witzelte sie: Hier verstecke sie sich heute.

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Die Warnung vor einem „Linksrutsch“ ist in den letzten Wochen eine Art Leitmotiv für den Wahlkampf der Union geworden. Am Samstag teilte auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak noch einmal in diese Richtung aus, ging auf die zukünftige potenzielle Macht von Partei-Vize Kevin Kühnert innerhalb der SPD ein. (cibo)

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