„Links“-Bündnis

Rot-Rot-Grün? Laschet weist Scholz bei TV-Triell zurecht

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    VonAnna-Katharina Ahnefeld
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Rot-Rot-Grün ist im Vorfeld der Bundestagswahl nicht vom Tisch. Unions-Kanzlerkandidat Laschet geht auf Konfrontationskurs.

Berlin – Die Frage möglicher Bündnisse nach der Bundestagswahl kocht weiter hoch. Gegen eine Rot-Rot-Grün-Koalition machte eine „Rote Socken“-Kampagne 2.0 der Union Stimmung. Die Botschaft: Wer SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wählt, wacht mit Saskia Esken, Kevin Kühnert – und der Linken auf. CDU/CSU warnen vor einem Links-Bündnis aus SPD, Grünen und der Links-Partei. Einem „Linksruck“ unter dem roten Scholz, ein Wahlkampfmittel aus längst vergangenen Zeiten. Scholz wiederum schließt die Option bislang nicht aus. Aktuellen Umfragen zufolge wäre eine solche Konstellation zumindest in der Theorie machbar – und für die SPD ein mögliches Druckmittel für anstehende Sondierungsgespräche.

Auch im zweiten TV-Triell der Bundeskanzler-Kandidierenden ist die Linke ein brisantes Thema. Gleich zu Beginn der Sendung setzte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet dem Sozialdemokraten erneut die Pistole auf die Brust. Bereits im ersten Triell von RTL und ntv forderte der CDU-Politiker Scholz dazu auf, ein Bündnis mit den Linken auszuschließen. Allein schon aus wahlkampftaktischen Gründen wäre jedoch ein klares Nein des SPD-Kandidaten schwierig.

Bundestagswahl 2021: Laschet weist Scholz bei TV-Triell zurecht

Auf die Frage des ARD-Moderators Oliver Köhr, warum Scholz ein Bündnis mit der Linken auf Bundesebene nicht ausschließe, antwortete der Sozialdemokrat: „Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, wie die Wahl ausgeht.“ Dabei verwies er abermals darauf, dass ein Bekenntnis beispielsweise zur Nato klare Voraussetzung für regierende Parteien in Deutschland sei. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet warf ihm daraufhin vor, „unredlich“ zu sein. Bereits bei einem anderen Thema ging es zwischen den beiden Männern beim TV-Triell hoch her.

„Das ist ein wenig unredlich, Herr Scholz, zu sagen, das entscheiden die Bürgerinnen und Bürger“, grätschte Laschet dazwischen. Diese würden wählen, doch „danach stehen wir in der Verantwortung zu sagen, was bilden wir für eine Regierung für Deutschland.“ Weiter führte er an: „Deshalb muss jedem klar sein, wenn es eine rechnerische Mehrheit gibt, selbst wenn Sie auf Platz zwei lägen als Partei, werden Sie eine Koalition mit den Linken machen.“ Er forderte Scholz erneut dazu auf, Klarheit zu schaffen. Die Menschen würden die Linke nicht in einer Bundesregierung haben wollen.

Olaf Scholz betonte jedoch: Wenn man SPD wählt, dann „bekommt man einen Olaf Scholz als Bundeskanzler und das führt auch dazu, dass eine Regierung gebildet wird, die diesen Grundsätzen entspricht.“ Auch im zweiten Triell bleibt somit die Frage nach einem möglichen Links-Bündnis offen. Auf dem Tisch ist es dennoch. Und Olaf Scholz muss weiter den Spagat schaffen, zwar hohe Hürden für eine Regierungsbeteiligung zu definieren – ohne der Links-Partei selbst eine Absage zu erteilen. Anfang September ergab eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov, dass jeder Fünfte ein rot-grün-rotes Regierungsbündnis befürwortet. (aka)

Lesen Sie auch: Armin Laschet steigert sich im Triell - kommt in der Umfrage aber trotzdem nicht an. Die Union hat ihre Fehler viel früher gemacht, kommentiert Merkur.de-Politikchef Florian Naumann.

Rubriklistenbild: © JOHN MACDOUGALL/AFP

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