Baerbock schlägt kein Kapital

Minus acht Prozentpunkte! Laschet fällt in massives Umfrageloch - Scholz nun weit enteilt

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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SPD-Kanzlerkandidat Scholz zieht davon. In einer aktuellen Umfrage liegt er deutlich vor Laschet und Baerbock. Und auch seine Partei macht einen Sprung.

Berlin - Armin Laschet (CDU) muss erneut Umfrage-Einbußen hinnehmen. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap rund sieben Wochen vor der Bundestagswahl verliert er in der Kanzlerfrage einige Prozentpunkte Zustimmung. Sein Konkurrent Olaf Scholz (SPD), mit dem er diese Woche die Hochwasser-Region besuchte, gewinnt hingegen deutlich dazu.

Umfrage vor der Bundestagswahl: Laschet verliert ordentlich an Boden - Baerbock bleibt Dritte

Meinungsforschungsinstitute fragen gern, für welchen Kandidaten die Wähler stimmen würden, wenn sie den Kanzler direkt wählen könnten. Zwar geht das in Deutschland nicht, doch die Werte verraten einiges über die Beliebtheit der Personen. Im ARD-„Deutschlandtrend“ vom 5. August steht Scholz mit 35 Prozent ganz oben. Im Vergleich zur Juli-Umfrage holt er sechs Prozentpunkte mehr. Während Laschet und er damals noch recht nah beieinander waren, klafft nun eine Lücke. Denn Laschet vereint nur 20 Prozent der Stimmen auf sich, minus acht Prozentpunkte. Auch die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock verliert - zwar nur zwei Prozentpunkte, trotzdem bleibt sie mit 16 Prozent das Schlusslicht der drei. Kürzlich stieß auch der neue Klima-Plan der Grünen auf heftige Kritik.

Doch bei diesen Momentaufnahmen muss auch berücksichtigt werden: 29 Prozent der Wahlberechtigten machten noch keine Angabe oder wissen nicht, wem sie ihre Stimme geben würden. Zusammen mit der volatilen politischen Lage kann sich da noch einiges ändern. Zumal die Kanzler-Wahl-Frage der Meinungsforscher nicht die Themen der Parteien in den Blick nimmt, die jedoch für einige Wähler ausschlaggebend sein könnten. Denn Kanzlerin Angela Merkel tritt bekanntlich nicht mehr an, den Amtsbonus kann dieses Mal also niemand anführen.

Zwei Männer im Regen - nur einer kommt beim Wähler gut an: Armin Laschet und Olaf Scholz in den Flutgebieten.

Union weiterhin stärkste Kraft - SPD ist Grünen auf den Fersen

Hoch und runter geht es im zeitlichen Verlauf der Umfragewerte vor allem für Union und Grüne. Im Vergleich zu Anfang Juli verlieren CDU und CSU leicht (einen Prozentpunkt) und kommen auf 27 Prozent. Die Union ist damit deutlich stärkste Kraft. Die Grünen verlieren gleich viel, landen somit bei 19 Prozent. Laut ARD ist das deren niedrigster Wert seit September 2020. Dicht dahinter folgt die SPD. Die Sozialdemokraten schafften den größten Sprung, ergatterten drei Punkte mehr und landen somit bei 18 Prozent - der beste SPD-Wert seit Mai 2019. Eine schwarz-grüne Mehrheit stünde bei diesem Ergebnis auf der Kippe - wie auch in einer anderen aktuellen Umfrage.

Die FDP gewinnt einen Prozentpunkt auf nunmehr 12 Prozent. Die AfD kommt auf 10 Prozent (minus einen Prozentpunkt). So viel verliert auch die Linke, die nun bei 6 Prozent liegt.

Hinweise zu dieser Umfrage

Infratest dimap hat für den ARD-“Deutschlandtrend“ zwischen dem 2. und 4. August insgesamt 1312 Personen telefonisch oder online befragt. Umfragen sind immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet: Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von zwei bis drei Prozentpunkten an.

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/www.imago-images.de

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