SPD mit Scholz im Höhenflug

Nächste Umfrage-Watschn für Union: Laschet rutscht weiter ab, während Scholz-Zug rollt

  • Naima Wolfsperger
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In der aktuellen Umfrage des ZDF-„Politbarometers“ liegen Union und SPD gleich auf. Das erhöht den Druck auf Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU).

München - Rund vier Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September 2021 ist die SPD in den Umfragen weiter auf dem Vormarsch. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ liegen SPD und Union gleich auf. Beide Parteien kämen demnach auf 22 Prozent. Die Union verliert dabei vier Prozentpunkte - und sackt damit auf ihren schlechtesten Wert jemals im „Politbarometer“ ab. Das erhört auch den Druck auf Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU).

Im „Politbarometer“ verbessert sich die SPD hingegen um drei Punkte. Die Grünen landen mit Plus einem Punkt auf 20 Prozent. Während die AfD unverändert auf elf Prozent kommt, verliert die FDP einen Punkt und sinkt auf zehn Prozent ab.
Die Linkspartei büßt ebenfalls einen Punkt ein und liegt mit sechs Prozent nur noch knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.

Bundestagswahl 2021: Scholz in der K-Frage nach „Politbarometer“ vorne

Auch in der Frage, welcher der Kandidaten für das Kanzleramt geeignet sei, setzen sich der Absturz von Armin Laschet und der Auftrieb von Olaf Scholz (SPD) fort. Nur noch 25 Prozent der Befragten halten Laschet für geeignet. Dagegen halten 65 Prozent der Befragten Olaf Scholz für kompetent. Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock wird von 22 Prozent für geeignet gehalten.

Das „Politbarometer“

Für das „Politbarometer“ befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1300 Wahlberechtigte. Der statistische Fehlerbereich liegt den Angaben zufolge bei einem Anteilswert von 40 Prozent bei drei Prozentpunkten, bei einem Wert von zehn Prozent bei zwei Punkten.

Sehr deutlich wird der aktuelle Trend in der K-Frage: Am liebsten wäre knapp der Hälfte der Befragten (49 Prozent) Scholz als Kanzler. Für Laschet sprechen sich dagegen nur 17 Prozent aus, für Baerbock 16 Prozent.

Laschets Abwärtstrend sorgt für Nervosität in der Union: Bundestagswahl 2021 zu personalisiert?

Laschets Abwärtstrend sorgt für Nervosität in CDU und CSU. Ein Kandidatenwechsel scheint den Diskurs jedoch noch nicht zu bestimmen. Weiterhin mehren sich aber weiterhin die Stimmen, die von dem stark personalisierten Wahlkampf um den Kanzlerkandidaten auf die Union als Team umlenken wollen: „Wir müssen endlich zeigen, wofür die Union steht und mit wem wir neben dem Kanzlerkandidaten die Zukunft des Landes prägen wollen“, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der „Rheinischen Post“. Es gebe in der heutigen Ministerriege und in der Spitze der Bundestagsfraktion „viele fähige Köpfe“, denen man Verantwortung für das Land zutraue. Hans forderte Laschet auf ein Team möglicher Minister zu präsentieren. Ähnliches hatte zuvor unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gefordert.

Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und die Union sind nach aktuellen Umfragen im Abwärtstrend.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak stellte sich hinter Laschet und schloss einen Austausch des Kanzlerkandidaten aus. „Die Kandidatenfrage ist lange entschieden, und wir kämpfen jetzt gemeinsam für unser Land, damit es in die richtige Richtung geht. Mit Armin Laschet an der Spitze und gemeinsam mit der CSU. Wir wollen gemeinsam gewinnen“, sagte Ziemiak der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

SPD in der Sonntagsfrage laut YouGov sogar vorne

Wahlumfragen

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Auch in mehreren Umfragen anderer Meinungsforschungsinstitute hatte die SPD jüngst zugelegt. Eine am Donnerstag veröffentlichte Kantar-Umfrage im Auftrag von „Focus“ ergab ebenfalls ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und SPD. Eine Erhebung von YouGov und das Trendbarometer des Instituts Forsa für RTL und n-tv sahen die Sozialdemokraten zuletzt sogar vorn. Für die Sonntagsfrage käme die SPD demnach auf 24 Prozent. Ein Plus von 8 Punkten im Vergleich zur Erhebung Ende Juli. Die Union verliert in der Umfrage 6 Punkte und landet auf 22 Prozent. Die Grünen liegen in der Sonntagsfrage laut YouGov unverändert bei 16 Prozent, die FDP gewinnt einen Punkt auf 13 Prozent. Die AfD erreicht 11 Prozent (minus 1), die Linke verharrt bei 8 Prozent.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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