Bundestagswahl in wenigen Wochen

Umfrage: SPD-Abstand zur Union schrumpft - Baerbocks Kanzleramts-Träume verpuffen

  • Cindy Boden
    VonCindy Boden
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Die SPD pirscht sich heran: In einer aktuellen Umfrage ist der Abstand zur Union nicht mehr sehr groß. Platz drei für die Grünen hat Folgen für Baerbocks Kanzleramts-Chancen.

Berlin - Es werden immer weniger Tage: Nicht einmal 40 sind es noch bis zur Bundestagswahl. Und eine neue Umfrage vom 18. August zeigt: Auf den vorderen Rängen könnte es noch einmal spannend werden.

In der aktuellen Forsa-Umfrage kann die Union ihren Sinkflug vorerst beenden. CDU und CSU landen wie in der Vorwoche bei 23 Prozent. Doch dahinter wird das Feld enger. Die SPD kann im RTL/ntv-„Trendbarometer“ weiter zulegen und kommt mittlerweile auf 21 Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Damit überholt die Partei um Olaf Scholz die Grünen, die leicht verlieren (minus einen Punkt) und auf Platz drei mit 19 Prozent landen.

Die FDP steht unverändert bei zwölf Prozent. Auch die AfD hält seit einigen Wochen ihre zehn Prozent. Die Linke hingegen steht nach dem leichten Zuwachs in der letzten Woche nun wieder bei sechs Prozent (minus einen Punkt). (Wird das Kanzler-Rennen noch mal spannend? In unserem neuen Politik-Newsletter gibt es stets alle Neuigkeiten zur Bundestagswahl.)

Umfrage: Nur noch ein knapper Vorsprung von CDU/CSU vor der SPD

Laut ntv ist der Vorsprung der CDU/CSU vor den Sozialdemokraten von zwei Prozentpunkten nun so knapp wie zuletzt im März 2017. Damals profitierte die SPD vom Aufschwung durch Martin Schulz. Im Vergleich zum Ergebnis der letzten Bundestagswahl würde die Union bei diesem Resultat deutlich einbüßen (2017: 32,9 Prozent), die SPD hingegen könnte sich freuen (2017: 20,5 Prozent) - sie würden ihr Ergebnis ganz leicht verbessern. Das sah in den letzten Monaten noch ganz anders aus!

Zwar sind Umfragen Momentaufnahmen, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sind und die Ergebnisse verschiedener Meinungsforschungsinstitut weichen leicht voneinander ab. Doch zuletzt zeigte sich schon der Trend einer erstarkenden SPD. Zur Union ist es in dieser Umfrage nicht mehr weit. Aber: Manfred Güllner, Gründer und Geschäftsführer des Forsa-Instituts, sagte gegenüber ntv.de: „Scholz profitiert von der Schwäche der beiden anderen. Viele trauen ihm das Amt des Kanzlers durchaus zu, werden ihn aber nicht wählen, weil er die SPD am Bein hat. Die wird weiterhin sehr kritisch gesehen.“ Wie weit der Höhenflug der SPD also noch geht, ist ungewiss.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.

Koalitionen nach der Bundestagswahl 2021: Für Baerbock sieht es derzeit schlecht aus

Bei diesem Ergebnis hätte eine sogenannte „Deutschland-Koalition“ aus Union, SPD und FDP eine deutliche Mehrheit. Aber auch ein „Jamaika-Bündnis“ (Union, Grüne, FDP) und eine „Ampel“ (SPD, Grüne, FDP) wären rechnerisch möglich und denkbar. Ganz knapp würde es sogar für Rot-Grün-Rot reichen. Nur für die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sieht es damit schlecht aus: Sie wäre in keiner dieser Koalitionen Kanzerlin. Scholz und CDU-Chef Armin Laschet hätten hingegen Chancen.

In der Kanzlerpräferenz bleibt Scholz der beliebteste Kandidat. Er legt drei Prozentpunkte zu und erreicht 29 Prozent. Der Abstand zu seiner Konkurrenz ist groß. Baerbock verliert einen Punkt und kommt nun auf 15 Prozent. Laschet bleibt bei zwölf Prozent. (cibo)

Hinweise zu dieser Umfrage

Das Markt- und Meinungsforschungsinstit Forsa hat diese Zahlen im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Zeitraum war der 10. bis 16. August, befragt wurden 2501 Personen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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