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Warum gibt es bei der Bundestagswahl zwei Stimmen?

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Bundestagswahl 2017: Warum zwei Stimmen?

Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 stehen viele Wähler wieder vor der Frage: Warum habe ich zwei Stimmen? Und warum gilt die zweite als wichtigere Stimme? 

Wenn die Bürger am 24. September zu den Wahlurnen gehen, ist es der inzwischen 19. Bundestag, der gewählt wird. Das Datum für die Bundestagswahl hatte Bundespräsident Joachim Gauck am 24. Januar in eine offiziellen Mitteilung verkündet.

Welches Wahlsystem gilt bei der Bundestagswahl?

Das Wahlsystem, das auch bei der Bundestagswahl 2017 zum Einsatz kommt, ist die personalisierte Verhältniswahl. Bei diesem System werden Verhältniswahl und Mehrheitswahl miteinander verbunden. Weil man als Wähler in den einzelnen Wahlkreisen Personen direkt wählen kann, haben Wähler Einfluss darauf, wie das Parlament personell zusammengesetzt wird. Daraus ergibt sich der Begriff personalisierte Verhältniswahl. 

Erststimme für die Bundestagswahl

Die Wahlkreise für die Bundestagswahl sind so aufgestellt, dass in jedem Wahlkreis etwa gleich viele Menschen leben. Durchschnittlich sind das 250.000 Personen. Insgesamt gibt es 299 Wahlkreise in Deutschland. 

Wer die meisten Erstimmen bekommt, erhält einen der 299 Plätze als Abgeordneter im Bundestag. Mit der Erststimme - mit ihr wird immer eine Person gewählt - soll also sicher sein, dass aus jeder Region Deutschlands jemand im Bundestag vertreten ist. Wer über die Erststimme in den Bundestag kommt, hat ein Direktmandat bekommen. Auch wenn beispielsweise in einem Wahlkreis fünf Kandidaten angetreten sind, kann nur ein Kandidat das Direktmandat bekommen. Die anderen vier Kandidaten gucken in die Röhre. Mit dem Direktmandat hat der Abgeordnete nun also den direkten Auftrag seiner Wähler, deren Region auf Bundesebene zu vertreten. Die Hälfte der Sitze im Bundestag wird über diese Direktmandate vergeben. Im Bundestag gibt es 598 Sitze, die verteilt werden müssen. Es kommt auch zu Überhangmandaten. Das passiert, wenn eine Partei über die Erstimmen mehr Mandate bekommt, als ihr nach der Auszählung der Zweitstimme zustehen. Deswegen kann der Bundestag durch Überhangmandate mehr Abgeordnete hat als die üblichen 598.

Zweitstimme für die Bundestagswahl

Auch wenn es nur einen Stimmzettel gibt, gibt es eine Zweitstimme. Und die ist wichtig: Denn sie entscheidet darüber, welche Partei man wählt - man wählt also den Bundeskanzler (aktuell noch: Angela Merkel) nicht direkt. Es geht also nicht wie bei der Erststimme darum, eine bestimmte Person zu wählen. Mit der Entscheidung für die Zweitstimme wird auch über die Mehrheiten im Bundestag entschieden. Wenn man am Wahlabend die Hochrechnungen und Prognosen im Fernsehen sieht, dann geht es bei den bunten Diagrammen fast immer um die Zweitstimme. Wenn eine Partei also 25 Prozent der Zweitstimmen holt, dann stehen ihr auch 25 Prozent der Sitze zu.

Alle Parteien, die sich zur Bundestagswahl stellen, haben vor der Wahl eine Landesliste beschlossen. Dort sind Politiker aufgelistet, die in den Bundestag einziehen wollen. Wer als Partei die meisten Zweitstimmen erhält, ist entsprechend auch prozentual am stärksten im Bundestag vertreten. Denkbar ist zum Beispiel, dass ein Kandidat direkt in den Bundestag gewählt wird - also per Direktmandat, seine Partei könnte aber an der in Deutschland üblichen Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Trotzdem darf der Kandidat, der das Direktmandat hat, in den Bundestag einziehen. 

Was passiert, wenn man nur eine Stimme abgibt?

Natürlich kann man nur die Erstimme oder die Zweitstimme via Ankreuzen abgeben. Doch das bringt für die Auszählung nichts. Denn wenn nicht beide Stimmen auf einem Wahlzettel vergeben werden, dann ist die Stimme durch dieses Stimmensplitting schlichtweg ungültig.

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