Kommentar von Sebastian Horsch

Bundeswehr in der Flüchtlingskrise: Bitter nötige Entlastung

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München - Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Bundeswehr stärker einsetzen. Zeit wird's, denn die Helfer rufen um Hilfe. Ein Kommentar von Sebastian Horsch.

Die Verpflegung übernehmen die Tafeln, um die Versorgung an den Grenzen kümmern sich die Ehrenamtlichen vom Roten Kreuz, dazu kommen freiwillige Helfer in und um die Einrichtungen. Zynisch könnte man sagen: Deutschland bestreitet die Flüchtlingskrise in seiner Freizeit. Ehrenamtliche bürden sich enorme Lasten auf, während die Politik keine Lösungen findet.

MM-Redakteur Sebastian Horsch.

Bei den Bergen von Problemen, die schon zur täglichen Nachrichtenroutine verkommen sind, fragte man sich bisher auch: Wo ist diesmal eigentlich die Bundeswehr, die doch noch bei der Hochwasser-Katastrophe 2013 so schnell und gut geholfen hat? Zuletzt hieß die Antwort: Sie hilft auch diesmal, sie darf es laut Grundgesetz aber nur sehr eingeschränkt. Nun scheint ein Weg gefunden: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat offenbar zugesagt, die Bundeswehr stärker einzusetzen um Entlastung zu schaffen. Das ist bitter nötig. 

Nicht wenige Ehrenamtliche sind seit Monaten im Einsatz, außergewöhnliches Engagement wird zum Dauerzustand. Der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes hat bereits gewarnt, viele seiner Helfer stoßen bald an ihre Grenzen und nun schlagen auch die Tafeln Alarm. Die Bundesregierung muss unbedingt hinhören, wenn Helfer um Hilfe rufen. Und wenn es künftig einen noch stärkeren Einsatz von Soldaten braucht, um Entlastung zu schaffen, dann muss auch das möglich gemacht werden. Denn niemand mag sich vorstellen, was passiert, wenn die ehrenamtlichen Helfer tatsächlich einmal ans Ende ihrer Kräfte geraten sollten.

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Live-Ticker: Merkur-Reporterin unterwegs an der Balkanroute

Rubriklistenbild: © dpa

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