1. Startseite
  2. Politik

Bundeswehr: Keine Truppen-Aufstockung in Afghanistan

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Die Bundesregierung will das Mandat, das eine Obergrenze von 4500 Soldaten vorsieht, im Dezember verlängern. © ap

Köln/Leipzig - Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, lehnt eine Aufstockung des Truppenkontingents der Bundeswehr in Afghanistan ab.

“Das richtige Vorgehen ist, wirklich mal zu bilanzieren, wo wir in Afghanistan stehen ­ und zwar ohne Schönfärbung“, sagte Kirsch dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse müssten dann die Schlussfolgerungen gezogen - und zwar für den militärischen wie für den zivilen Anteil des Einsatzes.

Die Defizite nach acht Jahren Afghanistan seien groß, sagte Kirsch. “Die Bilanz sieht insgesamt nicht sehr gut aus.“ Die Bundesregierung will das Mandat, das eine Obergrenze von 4500 Soldaten vorsieht, im Dezember verlängern.

In der “Leipziger Volkszeitung“ (Mittwoch) verlangte Kirsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Anstoß zu einem “gesellschaftlichen Schulterschluss“ zur Unterstützung und zur Solidarität mit der Truppe. “Wir brauchen einen Schulterschluss für und mit der Bundeswehr angesichts der gefährlichen Einsatzlage in Afghanistan“, sagte der oberste Repräsentant der Soldatenvertretung.

Dazu könnten die Medien, die katholische Bischofskonferenz und die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland ebenso einen Beitrag leisten wie Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Gewerkschaften. “Und Angela Merkel könnte und sollte für einen solchen Schulterschluss der Gesellschaft den Anstoß geben.“

Solidarität mit Soldaten in Afghanistan gefordert

Der Bundeswehrverband erwartet zudem von der Bundeskanzlerin den Anstoß zu einem “gesellschaftlichen Schulterschluss“ zur Unterstützung und zur Solidarität mit den deutschen Soldaten in Afghanistan. Verbands-Chef Kirsch sagte in einem Interview der “Leipziger Volkszeitung“: “Wir brauchen einen Schulterschluss für und mit der Bundeswehr angesichts der gefährlichen Einsatzlage in Afghanistan.“

Dazu könnten die Medien, die katholische Bischofskonferenz und die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland ebenso einen Beitrag leisten wie die Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Gewerkschaften. “Und Angela Merkel könnte und sollte für einen solchen Schulterschluss der Gesellschaft den Anstoß geben“, sagte er weiter.

Es gebe in Deutschland generell das Problem, dass offenbar viele Menschen sagten, das mit Afghanistan wolle man gar nicht so genau wissen. Im Zusammenhang mit der geplanten Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate warnte Kirsch die Politik vor dem Irrglauben, das mache die Bundeswehr in ihrem Unterhalt kostengünstiger.

Das Gegenteil sei der Fall. “Größere Wehrgerechtigkeit bedeutet mehr Einberufungen von Grundwehrdienstleistenden und das kostet mehr und nicht weniger Geld. Wir müssen in dieser Zeit die Köpfe und Herzen der Wehrdienstleistenden erreichen. Dazu gehört zum Beispiel die heimatnahe Einberufung ebenso wie die Dynamisierung des Wehrsoldes.“

dpa/ap

Auch interessant

Kommentare