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Auch Offshore-Windparks sind auf Rettung angewiesen.

Seenotrettung gefährdet

Marine hat nur einen einsatzbereiten Hubschrauber

Berlin - Die Bundeswehr hat Ausrüstungsprobleme und die betreffen auch die Seenotrettung. Nur ein Hubschrauber ist bei der Marine einsatzbereit. Das berichtet der NDR.

Aufgrund von Ausrüstungsmängeln hält die Bundeswehr einem Bericht zufolge weniger Marine-Hubschrauber für die Seenotrettung bereit als eigentlich vorgesehen. Derzeit stehe nur ein Hubschrauber im niedersächsischen Nordholz für Einsätze zur Abdeckung des deutschen Bereichs von Nord- und Ostsee zur Verfügung, berichteten der NDR und das ARD-Portal "tagesschau.de" am Freitag.

Die beiden weiteren Hubschrauber-Standorte auf der Insel Helgoland und in Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern seien nicht besetzt, hieß es weiter. Ein Sprecher der Marine erklärte dem Bericht zufolge, sollte sich die "Materiallage entspannen, kann auch durch die Nutzung dieser Außenstellen der SAR-Dienst intensiviert werden".

SAR ist die im zivilen Rettungswesen und beim Militär international gebräuchliche Abkürzung für "Search and Rescue" (Suchen und Retten). Sie bezeichnet Einheiten und Strukturen für Hilfs-, Bergungs- und Sucheinsätze.

In Deutschland teilen sich die Marine und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die Verantwortung für die Seenotrettung auf See. Die DGzRS betreibt eine Flotte von Spezial-Rettungsschiffen, die Marine entsendet im Bedarfsfall Hubschrauber für Such- und Bergungsmaßnahmen. Dem Bericht zufolge stehen für Einsätze darüber hinaus allerdings auch zivile und firmeneigene Rettungshubschrauber bereit, auf die im Notfall inzwischen ohnehin vorrangig zugegriffen wird.

Bartels: Gesamtsituation ist "extrem ärgerlich"

Wie "tagesschau.de" berichtete, sei Hans-Peter Bartels, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, unzufrieden mit der Lage der Seenotrettung. Das Seenotrettungs-Management sei "momentan nicht perfekt". Er bewertete die Gesamtsituation als "extrem ärgerlich".

Verband Deutscher Reeder sieht kein akutes Risiko

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) sah dem Bericht zufolge kein akutes Risiko. Da private Anbieter im Bedarfsfall einspringen würden, bestehe keine Gefahr, dass Seeleuten im Notfall nicht geholfen werde, sagte dessen Chef Ralf Nagel. Er betonte allerdings, dass die Gewährleistung rechtzeitiger professioneller Nothilfe auf See nach Auffassung der Branchenvereinigung generell eine "Aufgabe der staatlichen Daseinsfürsorge" sei.

AFP/sah

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