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Bundeswehr-Abzug aus Kundus: Angeblich sollen dabei Ausrüstungsgegenstände zerstört worden sein.

Nach Abzug aus Kundus:

Ausrüstung zerstört? Bundeswehr prüft Vorwürfe

Berlin - Die Bundeswehr prüft Vorwürfe, wonach beim Abzug aus dem nordafghanischen Kundus vorschriftswidrig gebrauchsfähige Ausrüstung zerstört wurde.

Der Prüfbericht werde voraussichtlich Anfang Dezember dem Wehrbeauftragten des Bundestages übergeben, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Er machte zudem deutlich, dass die Zerstörung von Ausrüstung unter bestimmten Umständen auch oder gerade dann sinnvoll sei, wenn diese noch verwendet werden kann.

Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hatte nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag vergangene Woche das Verteidigungsministerium über Berichte von Soldaten unterrichtet, die auf die Zerstörung von Ausrüstungsgegenständen hingewiesen hatten. Dies hätten die Soldaten "als belastend beschrieben, da aus ihrer Sicht nicht nachzuvollziehen sei, warum das Material nicht an anderer Stelle im Einsatz oder zumindest zur Unterstützung der Afghanen verwendet würde", sagte Königshaus der "SZ".

Das Feldlager in Kundus war Anfang Oktober an die afghanischen Streitkräfte übergeben worden. Bei dem zerstörten Material handelt es sich dem Bericht zufolge unter anderem um funktionsfähige GPS-Geräte, ein Feuerwehrfahrzeug sowie Uniformteile.

Die Beschwerden waren Königshaus laut "SZ" bei einem Truppenbesuch Ende Oktober übermittelt worden. Der Ministeriumssprecher sagte dazu, einige Ausrüstungsgegenstände könnten aus bestimmten Gründen weder verkauft noch mitgenommen werden. Beispielsweise Uniformteile müssten dann zerstört werden, da sie sonst möglicherweise von Aufständischen als Tarnung bei Anschlägen genutzt werden könnten.

"Wenn das ein Einzelner vor Ort uneinsichtig findet, mag das an der Einsicht oder Uneinsicht des Einzelnen liegen, aber nicht an der des Systems", sagte der Sprecher weiter.

Einsatzführung verweist auf vertragliche Verpflichungen 

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr wies laut "SZ" darauf hin, dass die GPS-Geräte von den USA mit der vertraglichen Festlegung geliefert worden seien, dass sie "nach Beendigung der Benutzung durch die Bundeswehr" zu zerstören seien. Die Zerstörung eines Feuerwehrfahrzeugs sei nicht bekannt, allerdings gebe es ein älteres Fahrzeug, das inzwischen im Feldlager Masar-i-Scharif als Ersatzteillager für andere Fahrzeuge dieser Art diene. Ein Rücktransport habe sich für das betreffende Fahrzeug nicht mehr gelohnt und auch hier habe, wie bei den Uniformteilen, eine Verwechslungsgefahr bei einer Nutzung durch afghanische Kräfte bestanden, hieß es.

Das Einsatzführungskommando wies demnach auch darauf hin, dass die Kosten für den Lufttransport zurück nach Deutschland mit "rund acht Euro pro Kilogramm und Flugstunde" anzusetzen seien. Daher sei eine Rückführung wirtschaftlich nicht immer sinnvoll.

AFP

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