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Bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in Afghanistan will sich die Bundeswehr im Hintergrund halten.

Afghanistan

Bundeswehr will sich bei Wahlen zurückhalten

Kabul - Die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan stehen kurz bevor. Für die Bundeswehr bedeutet dies große Risiken, doch die Armee will sich zurückhalten.

Die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist für die Sicherheitskräfte des Landes eine Herkulesaufgabe. Im vergleichsweise ruhigen Norden hofft die Bundeswehr darauf, dass die einheimischen Einsatzkräfte diese weitgehend allein meistern können. "Angesichts der afghanischen Eigenverantwortung hält sich die Unterstützungsleistung für die Wahlen deutlich in Grenzen", geben die deutschen Streitkräfte wenige Tage vor dem Urnengang am Samstag an. Zudem erfolge Unterstützung "nur auf Anforderung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten" der Bundeswehr.

Derzeit sind in den neun nordafghanischen Provinzen, in denen die Bundeswehr das Kommando über die Kampftruppen der internationalen ISAF-Mission hat, etwa 5100 ausländische Soldaten aus 17 Staaten stationiert, mehr als die Hälfte davon aus Deutschland. Gemeinsam mit knapp 39.000 afghanischen Soldaten und Polizisten stehen sie nach Bundeswehrangaben "zur Absicherung der Wahl bereit". Sicherheitskonzepte zum Schutz der Abstimmung wurden demnach aber von afghanischer Seite "eigenständig" geplant und sollen von ihr auch umgesetzt werden.

Im Klartext heißt dies, dass die Afghanen im Ernstfall auf die ISAF zählen können, auch wenn diese sich generell im Hintergrund halten will. "Unsere afghanischen Partner haben die Sicherheitsverantwortung im vergangenen Jahr vollständig übernommen und füllen ihre Aufgabe weitestgehend selbständig aus", erklärt der deutsche Generalmajor Bernd Schütt, der im Norden das ISAF-Kommando führt. Die Arbeit der afghanischen Kollegen bezeichnet er als "professionell" und fügt hinzu, die einheimischen Sicherheitskräfte nähmen "die Herausforderung bereitwillig an".

Dennoch versichert Schütt, die ISAF-Soldaten würden "unsere Partner auf deren Antrag im Rahmen unserer Fähigkeiten und unserer operativen Reichweite" unterstützen. Neben dem "Kernauftrag der Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte sowie dem routinemäßigen Abgleich der Sicherheitslage und dem Austausch von Verbindungsoffizieren" seien die ausländischen Kontingente "in der Lage, die Fähigkeiten unserer afghanischen Partner insbesondere in den Bereichen Aufklärung, Luftbeweglichkeit und medizinische Versorgung zu verstärken".

Die Bundeswehr ist seit dem Beginn der ISAF-Mission im Jahr 2001 in Afghanistan präsent. Der internationale Kampfeinsatz läuft zum Jahresende aus, auch danach sind aber noch Unterstützungs- und Ausbildungsmissionen geplant, an denen sich auch Deutschland beteiligen will. Ein Abkommen, das den Status der US-Truppen ab dem kommenden Jahr regeln und auch Vorbild für andere Länder sein soll, muss von der afghanischen Präsidentschaft noch unterzeichnet werden. Staatschef Hamid Karsai will dies seinem am Samstag zu wählenden Nachfolger überlassen.

afp

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