ADAC-Hubschrauber
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Die Bundeswehr muss auf ADAC-Hubschrauber zurückgreifen (Symbolbild)

Ausrüstungsmangel bei der Bundeswehr

Bundeswehr greift auf ziviles Fluggerät zurück - zu wenige Hubschrauber im Bestand

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Die Bundeswehr geriet in der Vergangenheit durch Material-Pannen und mangelhafter Ausrüstung in die Schlagzeilen. Nun holt sich die deutsche Armee wohl Unterstützung bei einem zivilen Dienstleister

München - Pannen- und Bundeswehrhilfe? Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) soll einem Bericht der Welt zufolge Hubschrauber an die Bundeswehr abstellen. Wohl erst in vier Jahren kann die deutsche Armee auf ausreichend Fluggerät zur Pilotenausbildung zurückgreifen, bis dahin muss sich die Bundeswehr Hubschrauber auf anderen Wegen beschaffen. Wie das Blatt am vergangenen Sonntag schrieb, lieh sich die Armee in den vergangenen Jahren vier Helikopter vom Typ EC135. Die charakteristische gelbe Lackierung mussten die Soldaten jedoch nicht überstreichen - die Hubschrauber hält der ADAC in Heeresfarben im Bestand.

Bundeswehr leiht sich Helikopter vom ADAC - Kosten in Millionenhöhe

Wie die Welt berichtet, griff die Bundeswehr auf vier Helikopter der ADAC-Flugrettung zurück. Bis Ende 2024 soll der Bestand auf sieben Hubschrauber aufgestockt werden. Kosten: Insgesamt 63 Millionen Euro. Jährlich soll die Bundeswehr so bis zu 5440 Flugstunden abhalten können, Wartung und Instandsetzung liege in den Händen des Heeres, schreibt die Zeitung.

Bundeswehr: Ausgaben für Rüstung nehmen deutlich zu

Die Meldung über die gemieteten ADAC-Hubschrauber fällt mit dem aktuellen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitut (Sipri) zusammen. Die Organisation berichtet, dass die Ausgaben für Rüstung weltweit um 2,6 Prozent auf schätzungsweise 1,981 Billionen Dollar (rund 1,65 Billionen Euro) - ein Höchststand seit Beginn vergleichbarer Schätzungen im Jahr 1988.

Besonders Deutschland zeigte sich bei Rüstungsgütern spendabel. Angesichts von Nato- und US-Forderungen nach gesteigerten Verteidigungsausgaben legte die Bundesrepublik 2020 um 5,2 Prozent auf geschätzte 52,8 Milliarden Dollar zu - dem höchsten Niveau seit 1993. Damit sind diese Ausgaben seit 2011 um 28 Prozent gestiegen. Trotz der hohen Ausgaben musste die Bundeswehr auf die Ausrüstung des ADAC zurückgreifen.

Im Frühjahr geriet die Bundeswehr wegen der Munitionsaffäre beim Kommando Spezialkräfte (KSK) in den öffentlichen Fokus. Im Frühjahr 2020 konnten Soldaten der Einheit straffrei Munition zurückgeben. Rund 40.000 Schuss Munition, die zuvor entwendet oder nach Schießübungen nicht zurückgebracht wurde, kamen so zusammen. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wurde für die Umtriebe in der Truppe kritisiert. Zu den neuerlichen Ausrüstungsmängel äußerte sich Kramp-Karrenbauer bislang nicht. (dpa/jjf)

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