Streik statt Eingang. Foto: Matthias Hiekel
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Streik statt Eingang. Foto: Matthias Hiekel
Diese Erzieherinnen in Gotha haben die Kinder gleich mitgebracht. Foto: Martin Schutt
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Diese Erzieherinnen in Gotha haben die Kinder gleich mitgebracht. Foto: Martin Schutt
"Mama, was ist Streik?" Foto: Holger Hollemann/Archiv
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"Mama, was ist Streik?" Foto: Holger Hollemann/Archiv
Die Gewerkschaften kämpfen um eine spürbare Anhebung der Gehälter von bundesweit rund 240.000 Erziehern und Sozialarbeitern. Foto: Oliver Berg/Archiv
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Die Gewerkschaften kämpfen um eine spürbare Anhebung der Gehälter von bundesweit rund 240.000 Erziehern und Sozialarbeitern. Foto: Oliver Berg/Archiv
Recycling: Ein Warn-Streik-Plakat wurde aktualisiert. Foto: Fredrik von Erichsen
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Recycling: Ein Warn-Streik-Plakat wurde aktualisiert. Foto: Fredrik von Erichsen

Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Zahlreiche kommunale Kitas in Deutschland bleiben erst einmal zu. Die Erzieherinnen und Erzieher streiken auf unbestimmte Zeit. Gerade berufstätige Eltern stellt das vor Probleme.

Frankfurt/Berlin (dpa) - Wohin mit den Kindern? Der unbefristete Kita-Streik hat schon am ersten Tag Zehntausende Eltern und ihren Nachwuchs getroffen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi streiklten fast 20 000 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes in fast allen Bundesländern.

Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von einem "spürbaren und starken bundesweiten Signal" in dem Arbeitskampf. Zug um Zug würden nun weitere Kitas einbezogen.

Neben Erzieherinnen und Erziehern legten auch Sozialarbeiter und Sozialpädagogen etwa in Jugendzentren die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Beamtenbund dbb hatten ebenfalls zu dem Streik aufgerufen. Die Gewerkschaften kämpfen um eine spürbare Anhebung der Gehälter der bundesweit rund 240 000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar. Wie lange der Ausstand dauern wird, ist unklar.

Allein in Baden-Württemberg blieben mehr als 600 Kitas geschlossen, in Rheinland-Pfalz und im Saarland etwa 150. In Hamburg waren 70 von 220 Kindertagesstätten komplett dicht. Notdienste für die Kinderbetreuung wurden vielerorts eingerichtet. In Bayern, Brandenburg und in mehreren Großstädten Nordrhein-Westfalens fängt der Ausstand erst an diesem Montag an.

In Urabstimmungen hatten sich die Mitglieder der Gewerkschaften in dieser Woche mit großer Mehrheit für den unbefristeten Ausstand ausgesprochen. Zuvor hatten die Verdi, GEW und Beamtenbund die Tarifverhandlungen nach fünf Runden für gescheitert erklärt. Sie fordern eine finanzielle Aufwertung der Berufe, die unter anderem durch eine höhere Eingruppierung erreicht werden soll. Die kommunalen Arbeitgeber zeigen sich bereit, Eingruppierungen zu ändern. Ein pauschales Plus von zehn Prozent sei aber unangemessen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) äußerte Verständnis für den Kita-Streik. "Wir brauchen eine Debatte in Deutschland, wie viel uns die Arbeit mit Menschen und die frühe Bildung unserer Kinder wert ist", sagte sie dem Magazin "Focus".

Informationen ver.di

Tarifinfos Arbeitgeber

dbb

Pressemitteilung Verdi

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