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Protest gegen das Verbot in Berlin. 

Nach Entscheid in Frankreich

Pro und Kontra "Burkini": Wer hat die besseren Argumente?

Berlin- Die französische Burkini-Debatte polarisiert - auch in Deutschland. Unter Muslimen wird darüber ebenso heftig diskutiert wie in feministischen Kreisen.

Am Freitag traf das Oberste Verwaltungsgericht in Frankreich eine Grundsatzentscheidung: Das Burkini-Verbot an einigen französischen Stränden wird gekippt. Das Pro und Kontra in Sachen Burkini erregt jedoch nach wie vor die Gemüter der Europäer. Und zwar auch in Regionen, in denen diese Badebekleidung noch nie gesichtet worden ist.

Ein Grund für die Aufregung ist vielleicht auch der Begriff. Denn "Burkini" erinnert an "Burka". In Deutschland lehnt laut einer Umfrage eine Mehrheit die Vollverschleierung ab. Der Burkini bedeckt aber gar nicht das Gesicht, sondern nur Körper und Haare. Er ist sozusagen ein Kopftuch-Look aus Polyamid und Elasthan.

Die wichtigsten Argumentationslinien der Gegner und Befürworter des Verbots:

PRO:

Burkinis sind unhygienisch: Einige österreichische Badeanstalten verwehren Frauen im Burkini mit dem Verweis auf hygienische Gründe den Zutritt. Auch ein Hallenbad im bayerischen Neutraubling hat Schwimmerinnen im Ganzkörperschwimmanzug abgewiesen. Zuvor hatten sich Frauen in dem Bad über eine Schwimmerin im Burkini beschwert.

Der Burkini ist historisch betrachtet ein Rückschritt: Freizügige Badekleidung war auch in Europa früher tabu. Mit dem Burkini kehren wir zurück in diese prüden Zeiten.

Der Burkini macht Frauen unfrei: Wenn der Burkini verboten ist, haben Mädchen, die im Badeanzug schwimmen wollen, bessere Argumente, wenn sie konservative Eltern überzeugen müssen.

Der Burkini sorgt dafür, dass sich andere Frauen im Bikini nackt fühlen: In Europa ist der Burkini ein Minderheitenphänomen. An einigen Stränden in der arabischen Welt ist es genau umgekehrt. Dort fühlen sich die wenigen - auch einheimischen - Frauen, die in Badeanzug oder Bikini schwimmen, manchmal unwohl. Sie stören sich allerdings nicht an den Burkini-Frauen selbst, sondern an den Blicken ihrer männlichen Begleiter.

KONTRA:

Rechten "Feministen" geht es nicht um Frauenrechte: Die Brandenburger AfD fordert ein Burkini-Verbot. In Österreich wettert die FPÖ gegen jede Form der islamischen Verhüllung und argumentiert dabei auch immer wieder mit der "Unterdrückung der Frau". Jelena Gučanin, hält das für scheinheilig. Sie wirft den Rechten Sexismus vor. In einem ironischen Kommentar für das österreichische Frauenmagazin "Wienerin" schreibt sie: "Schließlich wird uns in unserer freien Gesellschaft beigebracht, dass unsere Körper nie perfekt sind. Dass sie ständig von Männern bewertet werden müssen. Dass sie immer verfügbar sein müssen. Alles aufgeklärteWerte, die wir gegen den "Burkini-Wahn" verteidigen sollen, oder etwa nicht?"

Die Hygiene-Bedenken sind vorgeschoben: Warum sollte mehr Badeanzug-Stoff unhygienischer sein als ein kleineres Stück des gleichen Materials?

Verbote erzeugen Trotz-Reaktionen: Muslime, die glauben, ein Frauenkörper solle in der Öffentlichkeit bis auf das Gesicht komplett verhüllt sein, werden durch das Verbot ausgegrenzt. Mögliche Folge ist ein Rückzug in ein rein-muslimisches Umfeld.

Frauen werden ihrer Freiheit beraubt: Früher gingen streng religiöse Frauen gar nicht schwimmen. Der Burkini gibt ihnen jetzt die Möglichkeit, das zu tun.

Sexismus ist kein Fortschritt: In westlichen Staaten sind nackte oder leicht bekleidete Frauen allgegenwärtig - in der Werbung und auf Titelbildern. Teile der Feminismusbewegung beklagen, die Frau werde dadurch zum stets verfügbaren Objekt gemacht. Sie sagen: Das Recht, sich öffentlich auszuziehen, ist keine Emanzipation.

dpa

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