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Cannabis-Freigabe? Drogenbeauftragte warnt Ampel - Hanfverband kontert

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Von: Andreas Schmid

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Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) hat die Ampel-Koalierer vor einer Cannabis-Legalisierung gewarnt.
Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) hat die Ampel-Parteien vor einer Cannabis-Legalisierung gewarnt. © Mike Schmidt/Metodi Popow/IMAGO

„Kiffen ab 18 ist alles andere als harmlos“, sagt die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig. SPD, Grüne und FDP warnt sie vor einer Cannabis-Legalisierung.

Berlin - Die Legalisierung von Cannabis schien ein Thema, bei dem sich die möglichen Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP ziemlich einig waren. In einer neuen Bundesregierung könnte die Gesetzesanpassung kommen, wofür insbesondere Grüne und FDP im Wahlkampf geworben haben. Im jüngst vorgestellten Sondierungspapier taucht das Thema allerdings (noch) nicht auf - was nicht bedeutet, dass die Cannabis-Legalisierung vom Tisch ist, im Gegenteil. Gleichzeitig warnt die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) nun vor einer Legalisierung.

Ludwig warnt vor Cannabis-Legalisierung: „Kiffen ab 18 ist alles andere als harmlos“

Ludwig bewertet die Legalisierungspläne jedoch kritisch. „Zugunsten eines vermeintlichen Zeitgeistes die Gesundheit der Bevölkerung zu riskieren, kann und sollte nicht Ziel der neuen Bundesregierung sein“, sagte die CSU-Politikerin der Rheinischen Post (Dienstagsausgabe) mit Blick auf eine mögliche neue Ampel-Koalition. „Die Legalisierung von Cannabis verharmlost die Gefährlichkeit dieser Droge.“

Aus zahlreichen Studien sei bekannt, dass regelmäßiger Konsum zu schweren psychischen Störungen führen könne, insbesondere bei Jugendlichen, die sich noch in der körperlichen Entwicklung befänden. „Kiffen ab 18 ist alles andere als harmlos und gibt außerdem keine Antwort auf die Frage nach besserem Jugendschutz“, sagte Ludwig.

Ampel-Koalition: Vor allem Grüne und FDP für Cannabis-Legalisierung

In ihren Wahlprogrammen sprachen sich Grüne und FDP für eine kontrollierte Legalisierung von Cannabis aus. „Das derzeitige Verbot von Cannabis verursacht mehr Probleme, als es löst“, hieß es dahingehend von den Grünen. Die Partei fordert ein Cannabiskontrollgesetz, das den Konsum regeln soll. Es soll einen regulierten Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften geben, um somit „dem Schwarzmarkt den Boden entziehen“ zu können. Die Versorgung mit medizinischem Cannabis soll weiterhin gefördert werden.

„Wir setzen uns dafür ein, den Besitz und Konsum für volljährige Personen zu erlauben“, erklärte die FDP. Die SPD gab zu erkennen, der Thematik nicht abgeneigt zu sein. In ihrem Programm schreiben die Sozialdemokraten davon, eine regulierten Cannabis-Abgabe an Erwachsene „in Modellprojekten von Ländern und Kommunen [zu] erproben“.

Cannabis-Legalisierung: Hanfverband findet Debatte „verlogen“

Ludwig hatte sich im Vorfeld der Bundestagswahl ebenfalls offener für eine Legalisierung gezeigt. Zwar nahm sich nicht die Töne von Grünen und FDP ein, sagte allerdings: „Klar ist, dass Cannabis nicht so gefährlich ist wie Kokain oder Heroin - richtig ist auch, dass es um andere, bessere Sanktionen und um eine Entlastung von Polizei und Justiz gehen muss.“ Ihrer eigenen Partei empfahl die CSU-Politikerin gar, beim Thema Cannabis Kompromisse mit möglichen Koalitionspartnern einzugehen. Nun nimmt sie offenbar wieder einen strikteren Kurs ein.

Der Deutsche Hanfverband spricht sich derweil weiter für eine Legalisierung aus. „Das Verbot gefährdet die Gesundheit der Konsumenten durch gefährlich gestreckte Ware auf dem Schwarzmarkt. Die Regulierung dieses Marktes würde hingegen endlich Qualitätskontrollen ermöglichen“, sagt Verbandschef Georg Wurth auf Anfrage von Merkur.de. Cannabis sei aber „tatsächlich nicht harmlos und insbesondere bei Jugendlichen ist das Risiko höher als bei Erwachsenen“. Wurths Appell: „Deshalb brauchen wir Prävention und Aufklärung, die auch für junge Menschen glaubwürdig ist.“ Strafverfolgung sei jedoch „ein zusätzliches Problem und nicht die Lösung“.

Der Chef des Hanfverbands meint: „Mit den Risiken von Cannabis das Verbot und die Strafverfolgung der überwiegend erwachsenen Konsumenten zu begründen, ist verlogen, solange der noch deutlich gefährlichere Alkohol legal an jeder Ecke verkauft und beworben wird.“ (as)

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