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Rackete & Co. blockieren Berlin: Irgendein Notstand ist immer

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Von: Georg Anastasiadis

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Extinction Rebellion - Berlin
Extinction Rebellion - Berlin © dpa / Carsten Koall

Carola Rackete und „Extinction-Rebellion“ üben zivilen Ungehorsam und blockieren Berlin. Teile der Klimabewegung beginnen, den Borgen gewaltig zu überspannen. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Georg Anastasiadis, Chefredakteur des  Münchner Merkur.
Georg Anastasiadis, Chefredakteur des  Münchner Merkur. © Klaus Haag

Als die „Sea Watch“-Kapitänin Carola Rackete mit 53 Migranten an Bord trotz gesetzlichen Verbots in den Hafen von Lampedusa einfuhr und dort italienische Carabinieri in Lebensgefahr brachte, berief sie sich, unter dem Jubel des links-grünen Lagers (und der evangelischen Kirche), auf einen angeblichen „humanitären Notstand“ an Bord. Jetzt, als Galionsfigur der Berliner „Extinction-Rebellion“-Bewegung, legt die Kapitänin eine ganze Woche lang den Verkehr in Berlin lahm – und rechtfertigt ihren zivilen Ungehorsam mit dem drohenden Klima-Notstand. Irgendein Notstand ist eben immer, wenn es gilt, sich über Regeln hinwegzusetzen und der Mehrheit den eigenen Willen aufzuzwingen.

Rackete & Co. berufen sich auf eine „höhere Moral“

Man kann das couragiert finden und bewundernswert. Oder einfach nur anmaßend und arrogant. Schließlich soll es neben selbst ernannten Seenot- und Klima-„Rettern“ auch Menschen geben, die morgens einfach nur gern in die Arbeit fahren würden, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch um das Leben der anderen scheren sich Rackete & Co. längst nicht mehr. Sie berufen sich auf eine „höhere Moral“ – und wollen damit vor allem sich selbst erhöhen.

Teile der Klimabewegung sind dabei, den Bogen gerade gewaltig zu überspannen. Dagegen hilft das Ordnungsrecht. Sowas gibt es sogar im rot-rot-grünen Berlin. Man muss es aber auch anwenden wollen.

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