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Die CDU stellt die Weichen neu: Schafft es Merz im dritten Anlauf?

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Von: Georg Anastasiadis

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Friedrich Merz in einer Bildmontage mit Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Friedrich Merz hat den CDU-Richtungsstreit gewonnen - doch der Sieg ist teuer erkauft, kommentiert Georg Anastasiadis. © Federico Gambarini/dpa/Marcus Schlaf

Noch in diesem Jahr könnte die CDU einen neuen Vorsitzenden haben. Der Plan: Erst wählen die Parteimitglieder, dann segnet ein Parteitag das Basis-Votum ab. Und es gibt schon einen Favoriten. Ein Kommentar.

Zum vierten Mal in drei Jahren muss die CDU einen Anführer wählen. Nachdem es das Partei-Establishment dreimal vermasselt hat (Wahl Kramp-Karrenbauers anstelle von Merz, Wahl von Laschet anstelle von Merz, Kür des Kanzlerkandidaten Laschet anstelle von Söder), wird sich die Basis von den sogenannten „Modernisierern“ nicht ein viertes Mal übertölpeln lassen und die Sache selbst in die Hand nehmen. Die CDU-Kreisdelegiertenkonferenz dürfte, gegen den Rat des Parteiorakels Wolfgang Schäuble, an diesem Samstag also eine Mitgliederbefragung in die Wege leiten – von der SPD lernen heißt siegen lernen. Die Genossen wählten mit dem Duo Esken/Walter-Borjans zwar eher eigenwillig, stolperten zuletzt aber, falls auf den letzten Metern nichts mehr schiefgeht, dennoch ins Kanzleramt.

Neue Chance für Friedrich Merz?

Und siehe da: Wieder heißt der Favorit Friedrich Merz. Der stößt im Merkel-Flügel auf die bekannten Vorbehalte (zu alt, zu retro), doch weiß die zur 19-Prozent-Partei verkümmerte CDU inzwischen: Recht viel schlimmer, als es nach Merkel schon ist, kann es unter Merz nicht mehr kommen. Stets redete die Parteiführung der Basis ein, diese stehe rechts von der Gesellschaft und könne, wenn sie ihr Herz sprechen lasse und einen bekennenden Konservativen zum Chef mache, keine Wahlen gewinnen. Passiert aber ist das Umgekehrte: Zu Parteivorsitzenden befördert wurden Leute, die mangels Ausstrahlung und Profil weder die eigene Basis noch die Wähler erreichten.

Der alte Recke Roland Koch gibt seiner Partei nun einen ganz anderen Rat: Mit heißem Herzen kämpfen und gewinnen könnten die CDU-Mitglieder nur, wenn sie ihren Mitbürgern einen Kandidaten und damit verbunden ein Programm anböten, hinter dem sie selbst endlich wieder mit Leidenschaft und Überzeugung stünden. Man darf das getrost als Wahlempfehlung für Merz verstehen.

Lesen Sie hier das große Merkur-Interview mit CSU-Rebell Peter Gauweiler.

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