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Krise bei CDU/CSU: Stoiber schaltet sich ein und schützt Söder in Laschet-Debatte

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Von: Cindy Boden

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Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (l., CSU) und Markus Söder, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident
Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (l., CSU) und Markus Söder, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident © Sven Hoppe/dpa

Der frühere Kanzlerkandidat Edmund Stoiber findet es gut, dass die CDU nun in ihre Basis hineinhorcht. Übertreibungen von CSU-Chef Söder bezeichnet er als Klischee.

München - Der Union könnte nach 16 Jahren eine „gewaltige Umstellung“ bevorstehen: der Gang in die Opposition. Edmund Stoiber, CSU-Ehrenvorsitzender und früher bayerischer Ministerpräsident, glaubt deshalb, dass dringend etwas getan werden muss. „Letzten Endes muss sich die Union, muss sich die CDU im Besonderen neu ordnen, um die wohl Neu-Aufgabe Opposition wirklich zu beherrschen“, sagte er im Podcast „Die Wochentester“ vom Kölner Stadt-Anzeiger und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Stoiber zur Lage der Union: „Erneuerungsprozess muss kommen“

Im Kontext des Generationenwechsels in der CDU sagte Stoiber dazu weiter: „Der Erneuerungsprozess muss kommen. Wenn eine Partei das nicht macht, wird sie letzten Endes dafür bezahlen müssen, weil sie die jungen Themen nicht in der Weise aufgreift, wie das Junge eben wollen.“ Doch es sei eine Gesamtaufgabe, man dürfe nicht jung gegen alt konfrontativ ausspielen.

Die Moderatoren Wolfgang Bosbach (CDU) und Christian Rach leiten das Gespräch auch zum Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, und dessen Kür. Stoiber, der selbst einmal Kanzlerkandidat der Parteien war, hat viele Personen auf dem Posten erlebt. „So streitig und wenig befriedigend“ sei die Entscheidung vorher nie gefällt worden, man sei „nie ganz zur Ruhe gekommen, innerhalb der Union, innerhalb der CDU“.

Nach der Bundestagswahl: CSU-Ehrenvorsitzender Stoiber begrüßt Weg der CDU

Stoiber möchte der Schwesterpartei keine genaue Wahlanalyse vorhalten und auch keine Ratschläge von außen erteilen - sich nicht als „alter Repräsentant“ bei der CDU einmischen. Dass nun aber eine Kreisvorsitzendenkonferenz über das weitere Vorgehen bei der Suche nach einem neuen Vorsitzenden debattiert, hält er für „die absolut richtige Maßnahme“ - auch im Hinblick als Lehre aus den Erfahrungen vor der Bundestagswahl.

Die vielen Meinungsumfragen zu allen möglichen Themen hätten etwas bei der Meinungsbildung der Bürger verändert. „Deswegen muss man sicherlich heute mehr als Führung auch hineinhören, wie sieht es denn in der Stimmungslage des Volkes aus und wie sieht es in der Stimmungslage meiner Partei aus.“ In der Politik überlagerten Stimmungen oft die Faktenlage.

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„One-Man-Show“ Söder? Stoiber spricht von Klischee

Dass Söder - der zurzeit mit schlagzeilenträchtigen Auftritten zurückhält - mit seiner „One-Man-Show“ übertreibe, weist Stoiber im Podcast zurück. „Nein, das ist einfach auch ein Klischee.“ Söder hätte die Entscheidung, nicht Kanzlerkandidat zu werden, am Ende akzeptiert. „Die Entscheidung für Laschet ist von der Basis der CDU immer wieder in Frage gestellt worden. Das alleine auf Markus Söder zu konzentrieren, wäre falsch.“

Die Union ist nun jedenfalls dabei, aufzuarbeiten. Beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union ab Freitag (15. Oktober) halten viele CDU-Spitzenpolitiker Reden. Sie werden ihre Chance nutzen, sich nicht nur vor dem Nachwuchs zu profilieren. Derweil sondieren die Unterhändler von SPD, Grünen und FDP weiter für eine „Ampel-Regierung“. „Jamaika“ mit der Union ist für Stoiber immer noch eine Option, wenn die „Ampel“ scheitert - „aber so wie das aussieht, gehe ich nicht davon aus“. (cibo)

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