Streit um Kanzlerkandidaten-Kür

Ende des Friedens? CDU sucht AKK-Nachfolger - und verärgert die CSU

  • Christian Deutschländer
    VonChristian Deutschländer
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„Ohne Not“ und ohne Absprache - die CDU hat mit ihrem Vorgehen bei der Suche nach einem neuen Parteichef die CSU verärgert. General Markus Blume stellt eine Forderung.

München – Endet die Friedensphase in der Union? Zwischen CDU und CSU gibt es neue Differenzen um die Kanzlerkandidatur. Die CDU-Spitze um die scheidende Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer einigte sich bei einer Vorstandssitzung in Berlin auf einen schnellen Sonderparteitag am 25. April. In Berlin soll dann ein neuer Parteichef gewählt werden. Kramp-Karrenbauer sagte offenbar ohne Rücksprache mit der CSU dazu, diese Wahl sei ein ganz klares „Präjudiz“ für die Kanzlerkandidatur der CDU

CDU und die Kanzlerfrage: Ansage „ohne Not“ und ohne Absprache - CSU verärgert

In der CSU wurde das verärgert aufgenommen. Man sei sehr verwundert, dass AKK „ohne Not“ und ohne Absprache diese Frage wieder aufwerfe, hieß es. Generalsekretär Markus Blume sagte dem Münchner Merkur, es sei gut, dass die CDU einen klaren Fahrplan für den Parteivorsitz habe. „Andere Fragen – gerade nach der Kanzlerkandidatur – verbinden sich damit nicht.“ Blume verlangte von der CDU, besser auf das „richtige Timing“ zu achten: „Das ist definitiv nicht mehr in diesem Jahr.“ 

Im Lauf der Woche sollen sich Bewerber für den CDU-Vorsitz offiziell erklären. Norbert Röttgen hat das bereits getan, Friedrich Merz will es am Dienstag vor der Presse offiziell aussprechen; mit Jens Spahn und Armin Laschet wird noch gerechnet. Bedingung ist, dass jeder unterlegene Kandidat bereit ist, in der Parteispitze weiter mitzuarbeiten. 

CSU und CDU wieder im Clinch? Einladung im Mai könnte Wogen glätten

Die CSU dürfte den neuen Chef der Schwesterpartei gleich zu ihrem Parteitag am 9. Mai nach München einladen. Das Delegiertentreffen der Christsozialen ist am Nockherberg geplant. Die Einladung könnte dazu beitragen, die Aufregung zwischen den Schwesterparteien etwas zu dämpfen. 

Hintergrund des CSU-Unmuts ist die Sorge, bei der wichtigsten Personalentscheidung der Union nicht ausreichend Mitsprache zu erhalten. Erwartet wird in München, dass vor jeder Entscheidung über die K-Frage die Parteivorsitzenden von CSU (Markus Söder) und CDU (wer dann auch immer auf dem Parteitag gewonnen hat) eine Einigung erzielen.

Zuletzt hatten sich CDU und CSU im Sommer 2018 über Fragen der Asylpolitik überworfen - bis an den Rand des Bruchs zwischen den Schwesterparteien. Horst Seehofer bot damals seinen Rückzug nicht nur als CSU-Chef, sondern auch als Innenminister an.

cd/fn

Rubriklistenbild: © dpa / Michael Kappeler

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