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Klaffende Leerstellen und trübe Aussichten: Die Union taumelt - und Söder geht ins Musical

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Von: Marcus Mäckler

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Musical statt Junge Union? Markus Söder am Samstag in Füssen.
Musical statt Junge Union? Markus Söder am Samstag in Füssen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ampel-Pläne und Laschets Verantwortung: Das Wochenende brachte der Union etwas Befreiung - doch vor allem gibt es drängende Fragen, kommentiert Marcus Mäckler.

Die Ampel-Entscheidung vom Freitag hat auch für die Union etwas Befreiendes: Die Jamaika-Träumereien sind beendet, weiteres Taktieren erübrigt sich, CDU/CSU richten sich jetzt mental in der Opposition ein. Eine Baustelle weniger, könnte man sagen – ein Glück. Der Arbeitsbedarf im Inneren ist gewaltig genug.

CDU und CSU: Klaffende Leerstellen und trübe Aussichten - JU-Deutschlandtag bringt Binsenweisheiten

Immerhin, das Treffen der JU nutzte man für Schritt eins: Den Austritt aus der Nachwahl-Schockstarre und den Eintritt in die Aufarbeitung. Dass Armin Laschet die Verantwortung für die Niederlage übernahm, wirkte besänftigend. Es ist aber erstens nur ein Teil der unangenehmen Wahrheit und bot zweitens Gelegenheit, sich nicht gleich mit den klaffenden Leerstellen beschäftigen zu müssen.

„Wir haben ein bitteres Ergebnis erzielt“, sagte Armin Laschet am Samstag beim Deutschlandtag der Jungen Union in Münster.
„Wir haben ein bitteres Ergebnis erzielt“, sagte Armin Laschet am Samstag beim Deutschlandtag der Jungen Union in Münster. © Marcel Kusch/dpa

So eklatant die Versäumnisse der Vergangenheit waren, so trüb scheinen die Aussichten für die Zukunft: Wer soll den Karren mit welchen Inhalten aus dem Dreck ziehen? Das ist auch nach dem Wochenende schleierhaft, an dem sich die Partei gerade mal auf die Binse einigte, CDU und CSU müssten künftig besser zusammenhalten. Zu dem Satz fühlte sich sogar CSU-Chef Markus Söder bemüßigt, der zwar Zeit fand, ein Musical zu besuchen und Interviews zu geben, aber der JU kurzfristig absagte.

Söder, Laschet und die Wahl: Drückebergertum bringt die Union nicht weiter - das Abtauchen droht

Drückebergertum aber bringt die Union nicht weiter. Die Partei, in tiefster Unruhe, muss schnell den Weg in die innere Offensive finden und drängende Fragen beantworten. Dazu gehören Tempo und Modus der Suche nach einem neuen Chef, eine ehrliche programmatische Standortbestimmung und die Frage, wie die (Wieder-)Anbindung an die Basis gelingt. Einige versprachen, die Union werde eine konstruktive Opposition sein. Gut möglich, dass sie erst mal in sich selbst abtaucht.

Marcus Mäckler

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