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CDU-Experte: Es gab Anschlagsgefahr für Lager Kundus

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Der Kommandeur der Schutztruppe ISAF in der Nordregion, Brigadegeneral Jörg Vollmer (links), und Oberst Georg bei den deutschen Truppen vor dem Lager in Kundus. Laut dem CDU-Experte Karl Lamers gab es vor dem Luftangriff vom 4. September eine Anschlagsgefahr für das Lager. © dpa

Berlin - Der stellvertretende Vorsitzende des Kundus- Untersuchungsausschusses hat bestätigt, dass die Taliban vor dem verheerenden Luftangriff von Anfang September einen Anschlag gegen das deutsche Feldlager geplant haben sollen.

“In den Wochen zuvor gab es ja bereits Ankündigungen, dass ein solcher Anschlag stattfinden könnte“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Lamers am Mittwoch im Fernsehsender n-tv. “Es war klar, dass eine große Gefahr für das deutsche Militärlager dadurch bestand.“

Der deutsche Oberst Georg Klein soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa den Luftschlag unter dem Eindruck von Geheimdienstinformationen über Pläne zur Erstürmung des Lagers befohlen haben.

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Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour sagte dem Sender: “Ich würde ungern in der Haut von Oberst Klein in dieser Nacht stecken. Wir wissen, dass er unter unmenschlichem Druck gesteckt hat, und deshalb geht es überhaupt nicht darum, über ihn zu urteilen, sondern über die Fehler, die er gemacht hat.“ Im Ausschuss gehe es “nicht darum, den Stab zu brechen über einzelne Leute. Es geht darum, dass wir politische Verantwortlichkeiten ausmachen, und es geht mir persönlich vor allem darum, dass wir am Ende des Tages Empfehlungen abgeben könne, damit solche Katastrophen sich nicht wiederholen.“ Zugleich bestätigte Nouripour die Aussage von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), dass die Opposition den NATO-Bericht über den Angriff kannte. Dessen Kritik wies er aber zurück: “Wir haben die geheimen Berichte gelesen, wir haben nicht darüber reden dürfen. Wir haben aber deshalb, weil wir die Berichte kannten, ja immer gesagt, dass wir seine Bewertung nicht verstehen, dass der Militärschlag angemessen und zwangsläufig gewesen sei. Das ist mir bis heute schleierhaft, wie er dazu kam."

dpa

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