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CDU-Problem schlägt immer höhere Wellen: Klöckner fordert „Selbstverständlichkeit“

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Von: Cindy Boden

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Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (Archivbild). © Fabian Sommer/dpa

Nicht nur CDU-Politiker klagen über einen Mangel an Frauen in Spitzenpositionen der Partei. Klöckner wünscht sich diesbezüglich „schlichtweg Normalität“.

Berlin/Osnabrück - Die CDU sucht einen Ausweg aus der Krise. Immerhin wurde der Plan für die Bestimmung eines neuen Vorsitzenden zuletzt konkreter. Die Neuaufstellung dürfte die CDU viel Kraft kosten.

Sowohl inhaltlich als auch personell soll etwas geschehen. Beim Personal wird unter anderem die Altersstruktur in der Partei kritisiert. Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer schmerzt der bislang fehlende Generationenwechsel sogar so sehr, dass sie ihre Bundestagsmandate abgeben. Nachrücken darf etwa Nadine Schön - eine jüngere Frau, die sich vor allem in der Digitalisierungspolitik profiliert.

CDU sucht junge Frauen: „Kommen oft weniger zum Zug“

Damit erfüllt sie mehrere Kriterien, nach denen die CDU händeringend sucht. Nicht zuletzt die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner kritisierte, dass Frauen in der Breite der Partei zu wenig sichtbar seien. „Es gibt unter allen Unions-Fraktionsvorsitzenden in den Ländern nur eine Frau, unter den Parteivorsitzenden in den Ländern sieht es nicht besser aus. Wenn es nur wenige Posten zu vergeben gibt, kommen Frauen oft weniger zum Zug“, sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin der Neuen Osnabrücker Zeitung. Erst kürzlich sorgte ein Bild bei einem Treffen der Fraktionsvorsitzenden der Union für Aufregung in den Sozialen Netzwerken.

Es reiche nicht, dass die Union mit Angela Merkel die erste Bundeskanzlerin und mit Ursula von der Leyen die erste Verteidigungsministerin gestellt habe, findet Klöckner. Nötig sei „schlichtweg Normalität, eine Selbstverständlichkeit auch beim ersten Hinschauen, dass Frauen in der CDU in der Breite keine Seltenheit sind“. Aus ihrer Sicht müssten Frauen in der Partei andere Frauen fördern und ermutigen. „Ich glaube, es braucht mehr Mentorinnen aus der Praxis, die anderen Frauen Mut machen und sie begleiten.“

CDU in der Krise: „Wir können uns im Moment keine Kandidatinnen backen“

Auch CDU-Bundesvorstandsmitglied Wiebke Winter verlangte, die Partei müsse jünger und weiblicher werden. „Diversität führt dazu, dass man eine Politik machen kann, die vielleicht noch mehr Menschen anspricht“, sagte die 25-Jährige den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir können uns im Moment keine Kandidatinnen backen. Aber wir müssen Frauen aufbauen, wir müssen strukturell besser werden.“ Dass die Nachwuchsförderung in den Regierungs- und Führungsjahren von Merkel liegengeblieben sei, analysieren immer mehr Experten.

Besonders eindrücklich wird der Mangel an Frauen für Führungspositionen in der CDU, wenn es um Namen für den Parteivorsitz geht. Derzeit seien diejenigen, die für den Posten geeignet erschienen, männlich und aus Nordrhein-Westfalen, hält Winter fest. „Ich würde mich allerdings freuen, wenn das Feld noch gemischter wird.“ Als mögliche Bewerber für die CDU-Spitze gelten vor allem der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz, der Gesundheitsminister Jens Spahn, der Außenpolitiker Norbert Röttgen, Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus und der Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann.

Inhaltliche und personelle Neuaufstellung in der CDU geplant - Schäuble legt sich fest

Zwar nicht mehr für den Parteivorsitz, aber dennoch viel beachtet wird in der CDU auch Wolfgang Schäuble. Das Urgestein im Bundestag äußerte sich nun zu seiner Zukunft. (cibo/dpa)

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