Das CDU-Logo leuchtet in der CDU-Zentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus.
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Eine Partei mit vielen Bundeskanzlern: die CDU

Partei mit längster Regierungszeit

CDU: Geschichte, Vorsitzende, Kanzler und Inhalte der Volkspartei

Die Christlich Demokratische Union (CDU) erweist sich bei der Regierungsverantwortung als erfolgreichste Partei in der bundesdeutschen Geschichte.

  • Die Christlich Demokratische Union Deutschlands hat die politische Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (BRD) so beeinflusst wie keine andere Partei.
  • Zu den Bundeskanzlern und Parteivorsitzenden der CDU zählen Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl (87, † 2017) und Angela Merkel.
  • CDU-Politiker in zentralen Positionen wie Wolfgang Schäuble, die Generalsekretäre Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf oder Rainer Barzel prägten und prägen die Partei.

CDU – Partei der Mitte

Berlin - Die Christlich Demokratische Union Deutschlands ist laut Eigenbeschreibung eine Volkspartei der Mitte. Sie bildet eine Fraktionsgemeinschaft mit der Christlich-Sozialen Union (CSU). Zwar hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) die meisten Parteimitglieder, aber bei der Regierungsverantwortung auf Bundesebene führt die CDU. Die Geschichte ihrer Bundeskanzler reicht von Konrad Adenauer bis Angela Merkel. Die Organisation gilt als Nachfolgerin der katholischen Zentrumspartei. Sie begann nach dem Zweiten Weltkrieg als Sammlungsbewegung des bürgerlichen Lagers, die eine Brücke zum protestantischen Milieu schlug.

1950 erfolgte die Gründung der CDU. Erster Bundeskanzler und Parteivorsitzender wurde Konrad Adenauer, auf ihn folgten Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger. Fast gelang dies auch Rainer Barzel im Jahr 1972. Im Jahr 1982 begann Helmut Kohl seine Kanzlerschaft, Angela Merkel wurde 2005 Bundeskanzlerin. Das Wirken Heiner Geißlers, Kurt Biedenkopfs und Wolfgang Schäubles zeigt den Einfluss weiterer Amtsträger in der Partei. Die CDU-Bundesgeschäftsstelle befindet sich im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.

Adenauer – Parteivorsitzender und Bundeskanzler nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1949 fand die erste Bundestagswahl in der bundesdeutschen Geschichte statt. Die Unionsparteien, die CDU-Vorgänger, waren Wahlsieger. Sie stellten mit Konrad Adenauer den Bundeskanzler, der auch zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. Unter Ludwig Erhard als Bundeswirtschaftsminister trat in Deutschland ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Die Politik beruhte auf dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Erhard sollte Adenauer später als Kanzler folgen, aber bald schon von Kurt Georg Kiesinger abgelöst werden. 1953 gewann die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) erneut die Bundestagswahl.

1957 erreichte die Partei die absolute Mehrheit. Die Westbindung der BRD mit Nato-Beitritt und Anlehnung an die USA war zentrales Thema. Adenauer erreichte insgesamt eine 14-jährige Amtszeit. Helmut Kohl und Angela Merkel sollten noch länger als Kanzler regieren. Im Jahr 1962 entstand das Amt des Generalsekretärs, um den Kanzler zu entlasten. In der Position wirkten später Politiker wie Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf. Aber auch Vertreter wie Rainer Barzel und Wolfgang Schäuble sollten sich um die CDU verdient machen.

Geschichte der sechziger und siebziger Jahre: Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und Rainer Barzel

Bei der Wahl Im Jahr 1961 erlitt die Christlich Demokratische Union Deutschlands erhebliche Stimmenverluste, ein Grund war Konrad Adenauers zögerliche Reaktion auf den Mauerbau. Er trat im Jahr 1963 zurück. Der neue Bundeskanzler Ludwig Erhard erlebte im Jahr 1966 den Koalitionsbruch durch die Freie Demokratische Partei (FDP). Der baden-württembergische Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger bildete eine Große Koalition mit der SPD unter Willy Brandt und wurde Kanzler. Bei der Wahl im Jahr 1969 war die CDU stärkste Partei, aber SPD und FDP stellten die Regierung. Erstmalig in der Geschichte folgte der Gang in die Opposition, wo sich später die Generalsekretäre Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf auszeichneten.

Erneute Oppositionsarbeit war im Jahr 1998 unter Helmut Kohl, mit Wolfgang Schäuble als Parteivorsitzendem angesagt. Im Jahr 1971 übernahm Rainer Barzel den Parteivorsitz. Im Jahr 1972 wollte er Kanzler Brandt mit einem konstruktiven Misstrauensvotum ablösen und scheiterte. Später wurde die Bestechung zweier CDU-Abgeordneter durch die DDR-Staatssicherheit bekannt. Angela Merkel bezeichnete das Scheitern Barzels kurz vor der Kanzlerschaft beim Trauerstaatsakt zu seinen Ehren im Jahr 2006 als tragisch.

Helmut Kohl – Wiedervereinigung und Spendenaffäre

Auf Rainer Barzel folgte Helmut Kohl als Parteivorsitzender, der die organisatorische und programmatische Modernisierung der Partei vorantrieb. In Wahlkämpfen machte die Christlich Demokratische Union Deutschlands Boden gut. Daran hatten die Generalsekretäre Kurt Biedenkopf und ab dem Jahr 1977 Heiner Geißler erheblichen Anteil. Im Jahr 1982 kehrte die CDU an die Macht zurück und Helmut Kohl wurde nach Konrad Adenauer, Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger vierter Bundeskanzler für die Partei und blieb gleichzeitig Vorsitzender.

Kritik innerhalb der Partei führte auf dem Parteitag in Bremen 1989 zu einem „Putschversuch“, den Kohl abwehrte und in dessen Folge Heiner Geißler als Generalsekretär abgewählt wurde. Kohls Wirken in der Geschichte der deutschen Wiedervereinigung und sein außenpolitischer Status sicherte ihm weiterhin die Macht. Im Jahr 1998 verlor die CDU die Wahl. Ein weiterer Schlag war die Affäre um Parteispenden im Jahr 2000. Kohl trat als Ehrenvorsitzender der Partei zurück. Wolfgang Schäuble gab den Parteivorsitz ab und Angela Merkel wurde seine Nachfolgerin.

Angela Merkel – Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin

Angela Merkel erfüllte im Jahr 2000 das Amt des Generalsekretärs, wie früher Heiner Geißler oder Kurt Biedenkopf. Im Jahr 2005 übernahm sie nach Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl und Beinahe-Kanzler Rainer Barzel das Kanzleramt für die Christlich Demokratische Union Deutschlands, als erste Frau in der deutschen Geschichte. Zuvor sprach ihr der amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Eignung ab, wie dieser Youtube-Beitrag zeigt.

Die CDU regierte mit der SPD. Wolfgang Schäuble wurde Innenminister. Im Jahr 2009 koalierte die CDU mit den Liberalen, ab 2013 mit der SPD. Als Merkel angesichts der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten im Jahr 2015 ablehnte, die nationalen Grenzen zu schließen, wurde sie vielfach kritisiert – auch aus den eigenen Reihen. Im Jahr 2017 begann in Koalition mit der SPD Merkels vierte Amtszeit als Kanzlerin. Annegret Kramp-Karrenbauer folgte ihr im Jahr 2018 als Parteivorsitzende und kündigte für 2020 ihren Rückzug an.

CDU: Inhalte in der Geschichte

Die Geschichte der Christlich Demokratischen Union Deutschlands ist durch die jeweiligen Bundeskanzler geprägt. Unter Konrad Adenauer spielt die Westbindung eine wichtige Rolle, er schuf die sogenannte Sogtheorie, wonach ein neutrales Deutschland Gefahr laufe, in den Sog der Sowjetunion zu geraten. Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft wurde unter den Kanzlern von Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger weitergeführt und ist bis heute Parteigrundsatz. In der Opposition entwickelte sich die CDU zur pluralistischen Volkspartei. Während Rainer Barzel die Fraktion führte, dominierte die Auseinandersetzung mit der Brandtschen Ostpolitik.

Unter dem Parteivorsitzenden Helmut Kohl und den Generalsekretären Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler erfolgte in den siebziger Jahren die Modernisierung der Partei. Das erste Grundsatzprogramm von 1978 betonte Chancengerechtigkeit und setzte eher soziale Akzente. In Helmut Kohls Kanzlerschaft ab 1982 waren die Wiedervereinigung Deutschland und die Europapolitik wichtige Themen. In den Oppositionsjahren ab 1998 wurden unter dem Parteivorsitzenden Wolfgang Schäuble programmatische Neuerungen eingeleitet, bis sich der Parteispendenskandal ereignete. Danach öffnete sich die Union, wie diese Forderungen des Grundsatzprogramms von 2007 zeigen:

  • Familienpolitik: die Ehe ist „Leitbild der Gemeinschaft von Mann und Frau“, aber andere Formen der Partnerschaft werden respektiert
  • Finanzpolitik: Entwicklung eines einfachen und gerechten Steuersystems
  • Umweltpolitik: Erderwärmung soll auf maximal 2 Grad begrenzt werden

Die Kanzlerschaft Angela Merkels kennzeichnet inhaltlich insgesamt ein pragmatischer Regierungskurs.

Von Sünje Knutzen

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