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CDU-Vize legt Twitter-Account auf Eis - nach schweren Angriffen

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Von: Kathrin Reikowski

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Karin Prien
Karin Prien (CDU), Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein, hat ihren Twitter-Account vorerst deaktiviert. © Christian Charisius/dpa

Der Schutz von Kindern vor Infektionen ist derzeit ein stark diskutiertes Thema auf Twitter. Karin Prien, CDU-Vize, befand sich am Wochenende im Zentrum dieser Debatte. 

Kiel - Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), hat ihren Account auf Twitter vorläufig deaktiviert. „Ich nehme mir einige Wochen Zeit, um darüber nachzudenken, ob und wie ich Twitter als Medium weiter zur Kommunikation nutze“, begründete Prien, CDU-Vize, ihren Schritt.

Am Wochenende war Prien in dem sozialen Netzwerk angegriffen worden, nachdem sie sich an einer Debatte um Schulschließungen und Todesfällen wegen Corona unter Kindern beteiligt hatte.

CDU-Vize Prien schließt Twitter-Account nach Debatte um Schulschließungen und Corona bei Kindern

Eine Twitter-Nutzerin hatte am Freitag geschrieben: „Wir haben in den letzten 4 Wochen 17 tote Kinder gehabt. 17 - in VIER Wochen. Und es geht immer schneller. Bis Oktober 21 hatten wir 27 tote Kinder, seit Oktober 38. Also in 4,5 Monaten mehr als in 18 Monaten. Insgesamt sind 65 Kinder verstorben. FÜNFUNDSECHZIG“.

Darauf hatte Prien am Freitagabend geantwortet: „Bitte differenzieren: Kinder sterben. Das ist extrem tragisch. Aber sie sterben mit COVID_19 und nur extrem selten wegen COVID_19.“ Damit bezog sie sich offenbar auf Kinder, die nach Vorerkrankungen und Infektion versterben. Am Samstag forderte Prien ein „Ende der Angstkultur“ an Schulen.

Twitter-Nutzer setzen sich für Schulschließungen ein - CDU-Vize argumentiert dagegen

Nach dieser Äußerung war es zu Angriffen auf Prien im sozialen Netzwerk gekommen, die auch nach der Deaktivierung ihres Accounts noch fortdauern. Auch in einem anderen Fall, im Streit um einen Tweet des CDU-Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen, hatte Prien Drohungen erhalten und auch auf Twitter veröffentlicht.

In dem Kurznachrichtendienst sammelten sich schon nach Ende des ersten Lockdowns besonders viele User und Userinnen, die auf einer Null-Covid-Strategie bestehen. Sie warnen aktuell - angesichts eines Anstiegs von Infektionsfällen an Schulen - dass Kinder Infektionen schutzlos ausgeliefert seien und dass nicht alle Infektionen bei Kindern folgenlos verliefen.

Darunter sind auch Personen, die sich eines radikalen Wortschatzes bedienen. Sie sprechen von „Zwangsdurchseuchung“ der Kinder und wählen - wie auch im Lager der Corona-Leugner - Vergleiche zur NS-Diktatur. Einen neuen Twitter-Account folgen seit dem Wochenende knapp 90000 Menschen - es ist der Twitter-Account des Bundeskanzlers. (dpa/kat)

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