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Laschets giftiger Sieg: Merz-Lager fühlt sich wieder ausgetrickst - am Ende könnte Söder der Gewinner sein

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Von: Georg Anastasiadis

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Armin Laschet auf dem CDU-Parteitag, daneben ein Bild von Kommentator Georg Anastasiadis
Ein Kommentar von Georg Anastasiadis © Michael Kappeler/dpa / Marcus Schlaf/Münchner Merkur

Für Merz ist das Spiel vorbei - aber auch der neue CDU-Chef Laschet tritt sein Amt nach der krummen Tour mit Spahn beschädigt an. Am Ende könnte sich ein Dritter freuen. Ein Kommentar.

Die CDU ist, vielleicht ist dies das Geheimnis ihres Erfolgs, eine vorsichtige Partei. Sie hat mit Armin Laschet das bedächtige „Weiter so“ gewählt und nicht den riskanteren Neuaufbruch mit Friedrich Merz. Aber sie hat das mit so knapper Mehrheit getan und unter so tatkräftiger Mithilfe einer sichtlich parteiischen Parteitagsregie, dass der Sieger schon im Moment seines Triumphs beschädigt dasteht. Vor der Parteibasis. Und den Wählern.

Auf Parteitagen wird oft mit harten Bandagen gekämpft. Dieser aber war geprägt von zwei besonders üblen Fouls. Das erste verübte am Freitag die Kanzlerin, als sie die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die mal ihre Wunschnachfolgerin war, in ihrer Rede keines persönlichen Wortes würdigte. Da war es plötzlich eiskalt in der christlichen Union. Den zweiten schweren Fairness-Verstoß beging am Samstag unmittelbar vor dem ersten Wahlgang das Duo Laschet/Spahn, als der Gesundheitsminister eine vermeintliche Fragerunde für die Delegierten zu einer – mit Laschet und der Parteitagsleitung – abgesprochenen Dauerwerbesendung für seinen Tandempartner missbrauchte. Das Merz-Lager erinnerte das Manöver ungut an den letzten Parteitag, als erst ein (mit dem Generalsekretärsposten belohnter) Lagerwechsel des damaligen JU-Chefs Ziemiak in letzter Minute den Ausschlag für Kramp-Karrenbauer und gegen Merz gab. Die jüngsten Anklagen des Sauerländers, das „Establishment“ wolle ihn verhindern, waren wohl nur zu berechtigt.

CDU-Vorsitz: Armin Laschet muss sich als Versöhner und Teamspieler beweisen

Schade, dass sich der notorisch unterschätzte Laschet auf das falsche Spiel einließ, nachdem er zuvor in einer klugen Bewerbungsrede seine Trümpfe gekonnt ausgespielt hatte. Dieses Gift wird sich in die Partei hineinfressen. Spahns historisch schlechtes Ergebnis bei der Wahl zum Vize-Parteichef legte davon ein erstes Zeugnis ab. Der überehrgeizige Gesundheitsminister, der schon im Dezember in der Partei seine Kanzlerambitionen sondierte, statt all seine Zeit und Kraft in die Vorbereitung der Impfkampagne zu investieren, hat sich damit selbst aus dem Rennen um die Kanzlerkandidatur geschossen.

Ob das auch für Laschet gilt, werden Erfolg oder Misserfolg bei den Landtagswahlen zeigen. Er wird beweisen müssen, dass er wirklich der Versöhner und Teamspieler ist, der er zu sein versprach – und nicht nur Merkels letztes Aufgebot zur Verhinderung von Merz. Laschet muss den unterlegenen Merzianern ein ernsthaftes Angebot machen, anders als in seiner Bewerbungsrede, in der er sich dreimal vor der Kanzlerin verneigte, aber die Konservativen ignorierte. Findet der unterlegene Merz-Flügel im „Team Laschet“ nicht den ihm gebührenden Platz und kann sich Laschet gegenüber der übermächtigen Kanzlerin nicht emanzipieren, wird auch der neue CDU-Chef scheitern wie seine unglückliche Vorgängerin. Pikant: Merz’ unmoralisches Angebot, in die Bundesregierung einzutreten, wurde am Samstag sogleich von Merkel abgelehnt - und nicht von Laschet. Der hätte als Parteichef in einer Koalitionsregierung eigentlich das Vorschlagsrecht für die CDU-Minister. Doch der frisch gekürte Chef stand wie ein Lehrbub daneben.

Gut möglich, dass die zerrissene CDU am Ende von außen befriedet werden muss. In München tut CSU-Chef Söder gut daran, sich schon mal für die Kanzlerkandidatur warmzulaufen.

Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

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